Ansbach Stadtrundgang - City Sightseeing in der Ro

Stadtführung Pfarrstraße 31, 91522 Ansbach, DE

Ansbach Stadtführung auf eigene Faust. CityTour mit Sehenswürdigkeiten & Anekdoten. Residenz. Orangerie, St.Gumbertus aber auch die Synagoge und das Stadthaus und der Hofgarten erzählen Geschichten von Markgrafen, Kaspar Hauser und der berühmten Bratwurst.

Autor: Christian Fuhrmann

Ansbach & Sehenswürdigkeiten Schwarzer Bock

Ansbach & Sehenswürdigkeiten Schwarzer Bock

Ausflugsziele rund um Hotel Schwarzer Bock Ansbach

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11 Stationen

Residenz der Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach

Promenade 27, 91522 Ansbach, DE

Ob von der Promenade an der Goertz Skulptur Anscavallo oder über den ehemaligen Haupteingang an der Reitbahn - ein großer barocker Bau, imposant und mit herrlichen Figuren empfängt. Absolut eine Führung wert! Denn als Alexander, der letzte Markgraf abdankte und seine Besitzungen gegen eine Leibrente den Berliner Verwandten überschrieb, war Napoleon schon auf dem Weg zur Macht. In den Wirren der napoleonischen Kriege bleib das Schloss unberührt: die Möbel verbleiben, keine Umbauten nach dem Geschmack der Zeit, kein Abriss - eintauchen in 1791 in der Ansbacher Residenz. Über den hinteren Eingang kommt man durch den Ehrenhof mit den Logen in die Halle. Hier beginnen die Schlossführungen. Im gotischen Gewölbe (frei zugänglich) sind Beispiele der berühmten Ansbacher Fayencen Manufaktur sowie ausgestellt. In der gotischen Halle sieht man schön, wie aus dem Wasserschloss der Renaissance das Barocke Prunkgebäude des "Wilden Markgrafen" wurde. Dieser ruinierte sein Fürstentum beinahe mit seiner Jagdsucht und dem damals größten Falkenhof der Welt. Sein Schwiegervater König Friedrich I. von Preußen musste dem chronisch in der Pleite befindlichen und angeblich jähzornigen Herrscher immer wieder aushelfen. Derber Humor kennzeichnete den wilden Markgraf, so soll dieser einen Schornsteinfeger vom Nachbarhaus zur Belustigung geschossen haben - was man bei allem aufbrausenden Temperament aber eher als Gerücht werten darf.

St.Gumbertus Hofkirche mit markgräflicher Kanzlei

Johann-Sebastian-Bach-Platz 5, 91522 Ansbach, DE

„Die Damen in St. Gumbertus tragen Hut, die Frauen in St.Johannis Kopftuch“. So ein alter Ansbacher Spruch, der die Teilung der Stadt in die höfische Region um St.Gumbertus und die städtisch bürgerliche um St.Johannis beschreibt.
Besonderer Tip: der Besuch eines Konzertes mit der berühmten Wigleb Orgel, der größte barocke Orgelprospekt Frankens. Oft finden an Wochenenden kostenfreie Mittagskonzerte statt – Entschleunigung genießen!
Wenn man an der Querseite von St.Gumbertus die Kirche vor sich hat, erkennt man die Baugeschichte: rechts die Apsis ist noch mit romanischen Rundfenster an der Markgrafengruft. Darüber die gotischen Fenster der Schwanenritter Kapelle. In der Mitte das barocke Kirchenschiff, links der gotische Eingang mit den markanten dreifach Türmen und ein vorgesetztes Renaissance Portal. So kann man die Stadtgeschichte von der Gründung durch den heiligen Gumbert bis zu den Markgrafen mit dem Auge durchwandern. Neben dem Carl-Wilhelm-Friedrich Brunnen von 1746 schlagen wieder zwei Goertz Skulpturen „Malsche und Lech“ verbunden durch ein künstliches Bachgewässer mit Laubengang und Parkbänken die Brücke in das Heute.
Angeblich gründete 748 hier der Stadtheilige Gumbert ein Marienkloster nach den Regeln des hl. Benedikt. Den Grund soll ihm Karl der Große geschenkt haben. Im 11. Jahrhundert wurde es vom benediktinischen „ora et labora“ – beten und arbeiten – zu einem Chorherrenstift umgewidmet. Die niederen Adeligen der Region konnten so Ihre Zweit- und Nachgeborenen versorgen. Dem Markgraf langte der Einfluss noch nicht und er gründete den Schwanenritterorden um die regionalen Herrscherfamilien noch näher an ihn zu binden (Besuch der Schwanenritterkapelle!), noch besser ging dies natürlich mit der Reformation und so wurde diese auch sehr zeitnah umgesetzt und 1563 das Kloster aufgelöst.
Die Stellung des Fürsten sieht man an der Fürstenloge links im Kirchenschiff – die von unten spiegelnden Fenster ließen nicht erkennen ob der Fürst da war und die Fürstenloge ist höher als die Kanzel des Priesters – klarer kann man seine Macht kaum demonstrieren.
Glücklicher Wiese tobte die Reformation nicht in den schlimmsten Ausprägungen und so bleib Ansbach weitgehend von einem Bildersturm verschont. Die Reliquien des hl. Gumbertus wurden an durchziehende katholische Kaufleute und Pilger verschenkt und gingen verloren. Die letzte bekannte, die Hirnschale des hl. Gumbert verbrannte in den Flammen des Bombenangriffs auf Würzburg am 16.3.1945.
Die Schwanenritterkapelle
hebt sich deutlich ab, in dem vom schlichten weiß-grauen protestantischen Barock geprägten Kirchenschiff: Ritterepitaphe, Marienaltar, Kelterbild der Dürerschule und der heilige Georg lassen verwundern. In der Zeit der Romantik erinnerten sich die Ansbacher der großen Rittertradition mit Feldherren wie Markgraf Albrecht Alcibiades und durchforsteten ihre Speicher und Keller. So kam der heilige Georg zu Tage. Wohin? Man platzierte ihn auf dem Altar – da gehört er natürlich nicht hin, aber ist hübsch anzusehen. Und wie geht nun der Heilige und Maria mit der Protestantischen Kirche zusammen? Man stellt ein großes Kreuz auf den Altar und rückt so die Gottesmutter und Heiligen hinter den Heiland – fertig.

Markgrafengruft - Fürstengruft
Die Gruft war gar keine! Die Markgrafen, die nicht in Heilsbronn bestattet waren lagen in St.Johannis. Steigendes Grundwasser machte 1976 die Umbettung nötig.
Ursprünglich war hier unter anderem eine Fleischbank. Als das ehemalige Kloster schon Verwaltung der Markgrafen war, wurde hier Fleisch verkauft – besonders Hackfleisch war damals ein hygienisch sensibles Produkt, da keine Kühlung da war. So begründet sich der Ruf des gegenüberliegenden SchwarzerBock den Dr. Carl Arnold im 19. Jhdt. für seine Bratwürste lobt aus der frischen Qualität durch die kurzen Wege.
Heute kann man durch die Historie der Markgrafen wandern, unter der Schwanenritterkapelle die Grablege der Markgrafen mit 25 Sarkophagen darunter ist auch der Sarg von Friederike Luise, der Schwester Friedrichs des Großen, die mit dem Ansbacher Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich verheiratet worden war: Sind die frühen Särge im reichen Prunk mit barocken Ornamenten ausgestattet, rücken kirchliche Symbole immer weiter in den Hintergrund und die Särge werden schlichter – eine Religions- und Zeitgeschichtsreise in der Fürstengruft.

Stadthaus, Tanzhaus und Martin Luther Platz

Martin-Luther-Platz 1, 91522 Ansbach, DE

Stadthaus, Tanzhaus und Martin Luther Platz
Der Hauptplatz der Altstadt ist der Martin-Luther-Platz, den Blick auf das Portal versperrt das Stadthaus. Muschelförmige Fenster- und Türbekrönungen zeigen die Elemente der Renaissance.
Offiziell das 1532 von Sixt Kornburger erbaute Landständehaus und Sitz des kaiserlichen Landgerichts, aber was ist der wahre Grund für einen Bau zwischen den Kirchen?
Wo heute der große Ratssaal ist, war bei der Errichtung der Tanzsaal. Hochzeit, Freisprechung von Gesellen und andere Feierlichkeiten mussten im markgräflich kontrollierten Tanzhaus stattfinden – so konnten sowohl Ausschweifungen aber auch ausufernde Meinungen in beschwingter Stimmung direkt kontrolliert werden.
Warum steht es aber genau vor dem Kircheneingang? Gab es im Mittelalter noch Prozessionen zwischen den beiden Hauptkirchen St.Gumbertus und St.Johannis, so waren diese mit der Reformation untersagt. Um die Möglichkeit gegenreformatorischer Umtriebe durch Prozessionen im Keim zu ersticken wurde der Weg symbolisch versperrt.
Heute reihen sich Stadtpalais mit barocken Fronten um den Platz auf dem der Wochenmarkt stattfindet.
Am Ende steht die Bachskulptur „Ans-Bach“ seit 2003, wieder von Jürgen Goertz. Der in Form eines sakralen Leuchters geformte Unterteil trägt Bachs Antlitz – der bekannteste Kirchenmusiker der lutherischen Kirche steht also auf dem Lutherplatz Bach fußt auf Luther. Leider hat Goertz den Bassschlüssel bei den Noten sowie das „b“ einzugravieren. Und da das „b“ das „h“ im Notenschlüssel ersetzt steht in Ansbach nicht die Notenfolge b-a-s-h sondern h-a-c-h: Hach statt Bach.

Historisches Gasthaus Hotel Schwarzer Bock

Pfarrstraße 31, 91522 Ansbach, DE

Zwischen Residenz, Hofkirche und Rathaus liegt das Traditionsgasthaus Schwarzer Bock.
Die Grundmauern gehen zurück auf etwas nach 1500, Teile der Stadtmauer von 1120 sind im Gebäude integriert. In der historischen Gaststube wurden im ausgehenden Mittalter Pferde eingestallt und die Reisenden schliefen im Obergeschoss. Im heutigen Biergarten im Hof war ein Gemüsegarten. Innerhalb der Stadtmauern gelegen, mit Pferdestall für das Reisetier und mit Taverngerechtigkeit – Speisenausgabe – versehen war man Herberge für alle die es sich leisten konnten in dieser zentralen Lage nahe am Fürst zu logieren.
Später wurde das Gasthaus Schwarzer Bock gerühmt für seine Bratwürste und gebackenen Fische.
Heute ist man dem Umweltschutz und Nachhaltigkeit verpflichtet: Energie Effizienz Labels neben SlowFood Empfehlungen, Auszeichnungen für die Wildwürste aus eigener Jagd und Michelin Ratings zeigen, dass die Zeit im Schwarzer Bock nicht stehen geblieben ist.
Der Schwarzer Bock ist Gründungslokal von Jagdschutzverein, Musikschule, RoundTable, Kunstverein Verbindungsstammtisch und vielen mehr. Im 19. und 20 Jhdt. war hier das Offizierskasino der Ansbacher Kavallerie Regiments der „Königsulanen“. Viele Zimmer im Hotel nehmen Bezug auf die Markgrafen-, Ulanen oder Jagdtradition.
Der Schwarzer Bock fand Eingang in die Literatur mit Robert Gernhardt: Ein Gespräch im Hotel „Schwarzer Bock“, Ansbach 1993, Karl Arnold: Ansbacher Jugenderinnerungen 1859-1871 und Franz Bonn unter dem Synonym v.Miris. Zwei Gedicht widmete er explizit der Stadt

Als ich kam 1862

Ach Onoldia das alte,
öde fade feuchte kalte,
mit den langen faden Straßen,
mit den Plätzen öd verlassen,
mit den schönen Offizieren
Und den noblen Kavalieren
mit dem Schlosser kahl und nüchtern
und vor ihm von allen Dichtern,
steht der ärmst‘ an Herz und Witz;
Platen steif von Stein und Erz.
Ansbach wo die Rezat stinket,
Nebel schon um 4:00 Uhr sinket,
jeder dritte gichtisch hinket,
wo die Kirche mir ein Ekel,
kahl und steif die Pappendeckel.
Wo der Bahnhof stets verschlossen,
wo in schimmelnden Karossen
Alter Adel stolz sich bläht,
wo kein bayrisch Lüftchen weht.
Alles kreischend fein und fränkisch
Superklug und kalt und zänkisch
Außen schön und innen Schmutz
wo geboren ach der ZU.


Als ich ging 1868

Ansbach Stadt in Mittelfranken
Vieles hab ich dir zu danken
da ich jetzto von dir geh,
Ansbach tut das Herz mehr weh!
Zwar nicht voller sind die Straßen
Und Plätzen stehen verlassen,
lustig wird der Platen nimmer
und die Rezat stinkt noch immer.
Aber welche schöne Stunden
sind mir doch in dir verschwunden,
welche Freunde treu und edel
fand ich bei Stützer und Wedel
welch ein heiterer Tarok war im Zirkel und im Bock.
Lustiger als der Hopfen Sechser,
blühte der Humor im Sechser
Produktionen, Feste, Tanz,
bot so reich der Liederkranz
und im Karnevalsverein
werde ich gar unsterblich sein.
Traulich wart die Winternacht,
im Theater halb verbracht
und im Sommer welche Wege
überall ging ein Kollege.
Leute waren in Dautenwinden
wie in Hennenbach zu finden
und vergnügte Ehegatten
labten sich im Waldesschatten.
Habe dank du taut es Städtchen
Du gebarst mir noch ein Mädchen,
hast die Kinder mit den Alten
mir im Ganzen wohl erhalten.
Gabst du mir ein behaglich Wohnen,
einen Garten auch voll Bohnen.
Heimliche Regierungssitz,
O‘ vergib mir jeden Witz.
Ja, trotz Platen, Cronegk, Zu
Nehm‘ ich fortan Dich in Schutz,
will nun singen dir zum Preis,
Was ich Gutes von Dir weiß.
Wird auch kurz nur mein Gedicht.
Dich vergessen wird ich nicht.

Markgrafen und Kaspar Hauser Museum

Kaspar-Hauser-Platz 1, 91522 Ansbach, DE

Die Stadtgeschichte und die Geheimnisse um das Findelkind Kaspar Hauser entdeckt man am Besten direkt im Museum. Dazu wechselnde Sonderausstellungen machen es zu einem Geheimtipp in Franken. Vom Turm hat man einen einmaligen Ausblick über Ansbach.

St. Johannis Kirche – Keimzelle des Protestantismus in Bayern

Schaitbergerstraße 1, 91522 Ansbach, DE

St. Johannis KircheAnders als die Stifts- und Hofkirche Sankt Gumbertus ist die bürgerliche Pfarrkirche Sankt Johannis vergleichsweise einheitlich im 15. Jahrhundert als dreischiffige Pseudobasilika erbaut worden.
1458 ist von der Einweihung der Kirche die Rede, wobei am Nordturm, noch bis 1508 weitergebaut wurde.
Bemerkenswert ist das Anfang der 1970er-Jahre zum Altarbild umfunktionierte Epitaph für den Ansbacher Bürgermeister Wolfgang Seuboldt des Windsheimer Künstlers Georg Breck dem Jüngeren und die aus dem Jahr 1903 von der königlich-bayerischen Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler stammenden bemalten Glasfenster.

Büttenstrasse: Mittelterliche Lagerhäuser

Büttenstraße 10, 91522 Ansbach, DE

Wo sich heute die Einkaufszentren an den Rändern der Stadt befinden, waren es früher die Lagerhäuser der Kaufleute. Mächtige Kellertore und große überhängende Gauben erzählen von Weinfässern die in die Keller gerollt wurden und Waren die mit Seilzügen in die Dachgeschosse gezogen wurden. Dazwischen lebten die Kaufleute. Ein harter Sprung, vom Barock des Martin Luther Platzes in das Mittelalter der Büttenstrasse.

Synagoge - versteckt und errettet

Rosenbadstraße 3, 91522 Ansbach, DE

Die Synagoge ist äußerlich kaum zu erkennen. Der ständig finanziell klamme Markgraf brauchte Geld – dies beschafften ihm die Juden, dafür durften Sie gegen hohe Zahlungen natürlich ein Bethaus, eine Synagoge errichten. Es durften nach außen aber keine religiösen Zeichen in Architektur oder Symbolik zu erkennen sein.
Da die Juden schon früh aus Altbayern vertrieben wurden siedelten sich Viele in Franken an. Der Bekannteste ist wohl Levi Strauss aus Buttenheim mit den Jeans.
Im stark agraisch geprägten West-Mittelfranken konnten die Juden mit Viehhandel gut auskommen. Mit dem Dritten Reich wurden die Juden besonders in Westmittelfranken stark verfolgt – die Politker Ansbachs verkündete 1939 die Stadt als judenfrei. Die Synagoge wurde nicht zerstört, da ein Parteigänger sie als Lagerraum haben wollte, davon bekam ein weiterer Wind und es gab Streit um die Synagoge und so überlebte zumindest das in Holz und Stein gefasste Jüdische in Ansbach den Krieg. Nach dem Krieg war in Ansbach Strüth ein Lager für aussiedelnden Holocaust Überlebende unter den Juden. Aber noch 1950 wurde der jüdische Friedhof geschändet, daher ist bis heute die Synagoge nur mit Führungen zugänglich.

Herrieder Tor und Neustadt

Herrieder Tor 1, 91522 Ansbach, DE

Das Herrieder Tor fusst auf einem gotischen Stadttor. Darüber ist ein Barockturm errichtet. Der Turm hat weder militärische noch strategische Bedeutung. Die ausfallende Straße führt nach Herrieden, Sitz eines katholischen Stiftes im Bistum Eichstätt und so demonstrierte der Markgraf den in die Stadt kommenden Katholiken von weither seinen Machtanspruch.
Heute ist vor dem Tor ein Tulpenbrunnen. Der bronzene Brunnen wurde 1979 nach einem Entwurf des Bildhauers Josef Gollwitzer erbaut. Die Gestaltung des Brunnens in Form einer Tulpenblüte nimmt Bezug auf den in Ansbach geborenen Dichter August Graf von Platen, der auch als „die Tulpe im deutschen Dichtergarten“ bezeichnet wird.
Es heißt Gollwitzer lud seine Studenten nach Ansbach ein und in der Tradition des vermeintlich homosexuellen Platen, sprangen nackte Jünglinge durch den Brunnen – das war zu viel für das beschauliche Ansbach. Seither gibt es keine Gollwitzer Veranstaltungen mehr in Ansbach.
Im Durchgang hing einst ein langer Balken als Lampe, der nach dem Stadtbaudirektor benannte Bocksche Balken, auch die war den Ansbachern zu modern, er musste wieder ab. Heute ist der Bocksche Balken in einer privaten Passage aufgehängt.

St. Ludwig am Karlsplatz

Karolinenstraße 26-28, 91522 Ansbach, DE

Den ersten katholischen Betsaal bekommt Ansbach 1775 als der Markgraf Alexander seiner französischen Maitresse, Mademoiselle Clairon, erlaubt einen Saal für katholische Messen errichten zu lassen. Wie auch die Synagoge ohne nach außen erkennbare Symbolik. Der klassizistische Saal ist heute beleibter und eindrucksvoller Veranstaltungsort.
Als Ansbach bayerisch wurde, musste jede katholische Stadt eine evangelische Kirche erhalten und umgekehrt. Auf den ehemaligen Kavallerie Kasernen, die der katholischen Gemeinde zu einem stark überhöhten Preis verkauft wurden, entstand die Ludwigskirche in den Jahren 1834 bis 1840. Unter der Schirmherrschaft König Ludwigs I. von Bayern nach Plänen des Münchner Architekten Leonhardt Schmidtner erbaut und dem Hl. Ludwig (König Ludwig IX. von Frankreich) geweiht. Der Stil der Kirche ist vom Münchner Klassizismus geprägt, der sich hier in einmaliger Reinheit präsentiert.
Alle vier Glocken wurden 1838 gegossen, wobei das Metall von erbeuteten türkischen Kanonen aus der Schlacht von Navarino stammte. Im Zweiten Weltkrieg wurden die größeren beiden Glocken eingezogen, um eingeschmolzen zu werden. 1946 konnten sie aber auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiedergefunden werden.
Da mit den Glocken im katholischen St. Ludwig nun mehr Glocken als im evangelischen St. Johannis oder St.Gumbertus läuteten wurde beschlossen die Glocken der beiden evangelischen Innenstadtkirchen stets gemeinsam läuten zu lassen, damit stets mehr „evangelische Glocken“ läuten.

Hofgarten, Leonhart-Fuchs-Garten und Orangerie

Promenade, 91522 Ansbach, DE

Hofgarten, Leonhart-Fuchs-Garten und Orangerie
Der Hofgarten mit Orangerie als Ballhaus des Markgrafen steht nicht wie üblich in Sichtachse der Residenz, da das Gebiet dazwischen Sumpfland ist und nicht bebaubar.
Erste Erwähnung fand eine dort befindliche Gartenanlage Anfang des 16. Jahrhunderts im Kräuterbuch des Hofapothekers Leonhart Fuchs – der Namensgeber für die beleibte Balkonpflanze Fuchsie
Die Orangerie ersetzt ein Garten- und Ballhaus aus dem 16. Jhdt. Ab 1723 ließ Markgräfin Christiane Charlotte den Hofgarten nach französischem Gartenideal grundlegend umgestalten Oberbaudirektor Carl Friedrich von Zocha begann den Bau. 1744 wurde die Orangerie 1744 unter Leopold Retti fertiggestellt.
In unmittelbarer Nähe zum Orangeriegebäude wurde am 14. Dezember 1833 Kaspar Hauser eine lebensbedrohliche Stichverletzung durch sich oder einen Dritten zugefügt, an der er kurze Zeit darauf verstarb. An der Stelle des Tatorts befindet sich heute ein Gedenkstein.