Braunfelser Altstadtspaziergang

Stadtführung Marktplatz 9, 35619 Braunfels, DE

Vom Marktplatz, Kurpark, Vordertal, Schloss und Hintertal zurück auf den Marktplatz

Autor: Marco Lupus

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Braunfels ist der ideale Urlaubsort für Naturfreunde, Aktivurlauber, Kulturliebhaber und Gesundhe...

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14 Stationen

Der Marktplatz

Marktplatz 3, 35619 Braunfels, DE

Der Braunfelser Marktplatz, die "gudd Stubb", die gute Stube von Braunfels.
Dieser wurde auf Anweisung von Graf Wilhelm Moritz zu Solms Braunfels, nach dem großen Schlossbrand 1679, seit 1696 einheitliche Gestaltung des zuvor unbebauten Geländes als Marktplatz.
Die Bauordnung sah vor: Es sollten die Häuser, „eines wie das andere, 60 Schuh lang und 40 Schuh in der Breite gebaut werden“.
Die heute 13 Gebäude mit Front zum Marktplatz, wurden fast alle zwischen 1700 und 1720 gebaut.
Auf dem Marktplatz wurde 1727 ein Brunnen gegraben.
Dankbare Bürger von Braunfels schenkten 1833 dem „Jubelfürsten“ Wilhelm, zu seinem fünfzigjährigen Regierungsjubiläum, eine gusseiserne Pumpe.
Dieses Kulturdenkmal steht seit 2011 wieder an seinem Platz in der Mitte des Marktplatzes.

Marktplatz 1: Das heutiges Hotel Restaurant „Solmser Hof“ war vor dem 30jährigen Krieg städtisches Backhaus.
Auf dem jetzt als Parkplatz genutzten Gelände in der angerenzenden Weilburger Straße, war einst im ausgehenden 17. Jahrhundert Reitstall und Reitbahn.
Das Gebäude war dananch Wohnhaus und wurde im Jahre 1840 als Stadthotel eröffnet und in den Solmser Hof umgewidmet.

Marktplatz 6: Die erste Apotheke in Braunfels, die ehemalige Hofapotheke, erbaut 1717.

Begrab rechts zum Kurpark hinüber das Gebäude Ristaurante Geranio- Kurpark 2: Erbaut 1709 von den Eheleuten Wolf und Schönlein.
Der Teil des Hauses an der Ostseite wurde ursprünglich als jüdischer Betsaal (Synagoge) genutzt.
In seiner Geschichte wurde dieses Gebäude oftmals umgenutzt. Es war zuerst Gaststätte, Brauerei, Schreinerei und Bäckerei. 1898 wurde ein Ladengeschäftes.
Von 1906 - 1923 Druckerei des „Braunfelser Anzeigers“, darauf folgte Ladengeschäft "Mehl".
Heute ist es ein italienisches Restaurante.

Marktplatz 9: 1710 erbaut auf drei massiven Kellergewölben. Im 18. Jahrhundert Gasthaus und „1. Haus am Platz“. Im Hof einst Remisen und Stallungen.

Marktplatz 11: Entstanden 1691, heute „Gasthof am Turm“.
Zuvor an dieser Stelle Zwinger als Teil der Burgbefestigung mit einer hinteren Pforte und einem Stufenaufgang zur Südostbastion.
Wohnhaus, Schreinerei, Küferei, Gastwirtschaft. Die Tür trägt die Inschrift In Vino Veritas

Die alte Post- Am Kurpark 11

Am Kurpark 11, 35619 Braunfels, DE

Historische Postgebäude. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1902, in der preußischen Zeit, an der Stelle der gräflichen Zentscheune,
von der fürstlichen Verwaltung Solms- Braunfels im Stil des Historismus , erbaut. Federführend war der fürstliche Braurat Carl Seiler, welcher auch für die letzten Schlossumbauten federführend zeichnet. Hier wurde bis 1918, die kaiserliche und danach die staatliche Poststation betrieben.
Fachwerkschmuck aus Renaissance und Barock. Die beiden Wappen im Erker zeigen die Wappen des Hauses Solms und das des Hauses Zollern. In den Rosetten an der rechten Seite des straßenseitigen Erkers sind die Namen der Handwerksmeister und Zunftzeichen zu sehen.

Der Kurpark- Herrengarten

Sankt Georger Berg 3, 35619 Braunfels, DE

Im 17. Jahrhundert angelegt, ursprünglich als Blumen- und Rosengarten, heute Standort eines Musikpavillons. Talwärts schließt der Herrengarten, im Stil eines englischen Gartens, mit speziellem Baumbestand (Mammutbaum, Magnolienbaum) an. Dort findet man auch das Denkmal für Kaiser Friedrich III, der 1888 nach nur 99-tägiger Regierungszeit an Kehlkopfkrebs starb und bei seinem Besuch in Braunfels den Ausspruch getan haben soll " Wie kann man so alt geworden sein und Braunfels nicht gesehen haben"

Die drei Talpforten

Schloßstraße 3, 35619 Braunfels, DE

Die unterste Talpforte ist das ältestes Gebäude am späteren Marktplatz.
Diese wird von zwei Türmen flankiert und bildet den Aufgang zum Schloss.
Die Türme enthielten Wohnungen fürstlicher Angestellter, sowie Wach- und Arrestlokale.

Das "Tal", beschreibt die mittelalterliche Wohnansiedlung am Fuße einer Burg.
Hier der vordere Eingangsbereich- das Vordertal- mit der Schlossstraße, der Schütt und der Belzgasse.

„Mittlerer Torturm“, die mittlere Talpforte stammt aus der Zeit um 1460.

Das „Haus zwischen den Pforten“- Schloßstraße 15, war 1474 Wohnhaus des gräflichen Geheimschreibers Conrad Schurge.

Obere Talpforte mit Glockenturm: Das Tor wurde im 15. Jahrhundert , der Glockenturm im folgenden Jahrhundert, errichtet.
Nachdem das Oberteil des Glockenturmes 1679 abgebrannt war, bekam dieser 1682 eine barocke Haube.

Die Schütt- Henrisches Haus

Schütt 5, 35619 Braunfels, DE

Schütt 5: Das ursprüngliche Aussehen des Hauses ist im rechten Feld des Erkers dargestellt.
Das Gebäude wurde 1710 Amtshaus errichte.1860 Besitzer Hofküfer Walther, 1895 „Spar- und Hülfskasse“
Den vorderen Teil ließ 1901 Rentmeister Ernst Henrich für seine Frau als Wohnung und Gemeindekasse errichten.
Pläne für die Errichtung dieses im Stil des Historismus errichtenen Gebäudes lieferte auch hier der fürstliche Braurat Carl Seiler.
Später wurde das Gebäude als Sparkasse bis 1945, genutzt.

Die Schütt- Torhaus

Schütt 2, 35619 Braunfels, DE

Schütt 2: Das so genannte „Torhaus“ steht über der Auffahrt zur nordwestlichen Batterie mit zwei großen Geschützständen.
1658 - 1878 Werkstätte für Pumpen und Spritzen der Familie Schalch.
Es trägt die Balkeninschrift „ Wo Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst so arbeit jedermann umsunst“ Psalm 127.
Braunfels besaß aufgrund dieser fortschrittlichen Denkweise, eine Feuer und Brandschutzordnung von 1703 und 1740 einen durch Pferde gezogene Spritzenwagen.
Dieser war hergestellt von Familie Schalch, im Kellergewölbe des Gebäudes. Heute befindet sich dieser im Bestand der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Stadtmuseum.

Die Belzgasse- Palais Hartleben

Schloßstraße 9-3, 35619 Braunfels, DE

Schlossstraße 9 -Palais Hartleben. Das Gebäude wurde rechts neben dem Glockenturm, auf einem Teil der Süd-Ost Bastion, im Jahre 1676 erbaut von Ernst Ludwig von Hartleben. Von 1675 bis 1705 Hofkammerpräsident bei Graf Trajektin und Wilhelm Moritz.
Das Eingangsportal trägt eine lateinische Inschrift, die es nach dem Schlossbrand erhalten hat und, in Anbetracht des großen Schlossbrandes
generell auf die Vergänglichkeit des menschlichen Schaffens hinweist.
Der Türrahmen trägt zudem reiche Schnitzereien, die Fruchtbarkeitssymbole darstellen.
Das Haus hat reich geschnitzte Ständer- und Eckständerbalken, die Säulen und Blätterwerk zeigen.
Das Haus gehört zu den künstlerisch wertvollsten in Braunfels.

Die Belzgasse- Brunnen und Rentkammer

Schloßstraße 9, 35619 Braunfels, DE

Der Leierbrunnen ist im Mittelalter entstanden, das Schöpfwerke stammt aus dem Jahre 1731 und ist noch vollständig erhalten.
Die Tiefe des Brunnens beträgt 24m, die Wassertiefe 10m.
Belzgasse 1 –Die „Fürst zu Solms Braunfels’sche Rentkammer“wurde um 1700 vom gräflichen Geheimrat Wilhelm Gottfried von Meder errichtet. Seit 1845 fürstliches Verwaltungsgebäude, im Parterre von 1995 bis 2008 Städtisches Archiv, nunmehr nach kurzem Intermezzo im Kellergeschoss des Nebengebäudes Haus des Gastes in der Gartenstraße zu finden.

Die Belzgasse Haus 10,14

Belzgasse 3, 35619 Braunfels, DE

Das Haus Belzgasse 10 besteht eigentlich aus zwei Häuser, entstanden 1520 und 1686.
Der Bauherr des einen war Johann Zaunschliffer, 1518 Kaplan am St. Christophsaltar in der Schlosskirche,
Teilnehmer 1529 am Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli in Marburg.
Geburtshaus des bekannten Pfarrers und Predigers Ludwig Friedrich Mallet (geb. am 4. 8.1793).

Belzgasse 14: Erbaut nach dem Brand von 1679. erbaut und um 1900 als Zollamt erwähnt.

Die Belzgasse- Haus 13

Belzgasse 9, 35619 Braunfels, DE


Früher Scheuer und Hofstätte des niederadligen Conrad von Solms. Im Jahre 1668 als Amtshaus umgebaut.
Ab 1804 Solmsische Justizkanzlei, danach ab dem Jahr 1815 Kreisgericht. Der Erweiterungsbau stammt aus 1849 und beheimatete von 1900 - 1918 fürstliches Rentamt, welches nunmehr im Meder'schen Haus in der Belzgasse 1 zu finden ist.

Die Schlossstraße, Fallgatter und Schlosskirche

Schloßstraße 15, 35619 Braunfels, DE

Schlossstraße 15 wurde im Jahr 1682 als Dienstwohnung gräflicher Beamter erbaut. Es war das Wohnhaus des
fürstlichen Baurates und Stadtbaumeisters Carl Seiler, geb. 4. November 1857, gest. 5. April 1943, Leiter der Schlossumbauten von 1883 bis 1886.
Die Wehrplatte wurde im 17. Jahrhundert als „Lustgärtlein“ angelegt, heute Standort eines Mahnmals für den ersten und zweiten Weltkrieg.

Oberes Schlosstor: Geschmückt von einem Spitzbogenportal. Auf dem großen Gewölbe 1501 Errichtung der Schlosskirche. Fallgatter jüngeren Datums.
Als Abschluss des Treppengewölbes entstand um 1350 das Tor neben der Schlosswache, 1666 Erbauung vom „Tor zum grünen Platz“.
Die Schlosskirche wurde im Jahre 1501 über dem tunnelartigen, tonnengewölbten Aufgang von der Stadt her, errichtet.
Eine dreischiffige Hallenkirche zu drei Jochen und Chor mit größerer Breite als das Mittelschiff. Im Chor Netz¬, im Mittelschiff Stern– und in den Seitenschiffen Kreuzrippengewölbe. Wandmalereien an der Chornordseite (zw. 1501 - 1504); Bildnisgrabmäler von Graf Konrad Solms-Braunfels
(+ 1592) und Elisabeth von Nassau Dillenburg (+1603), Holzepitaph Graf Philipps zu Solms Braunfels + 1587).

Die Nordtore des Schlosses

Schloßstraße 1, 35619 Braunfels, DE

Das so genannte "Neue Tor" wurde im Jahre 1662 eigentlich als Kornspeicher angelegt. Heute ist es der Sitz des Schlossarchivs.
Das untere so genannte Klepper-, Ritter- oder Teufelstor wurde 1851 an der Stelle eines Holztores mit Klöppel für die
Außenwache errichtet.
Nach dem Durchschreiten des Kleppertores wenden Sie sich nach rechts und gehen ins Hintertal.

Der Burgweg- Hintertal

Burgweg 10, 35619 Braunfels, DE

Burgweg 10 wurde als fürstliches Brauhaus im Jahre 1667, wie die Balkeninschrift festhält, erbaut. Dieses Haus war das Geburtshaus von Friederike Münster (geb. am 25. Januar 1800), die 1828 den Pfarrer Theodor Fliedner, Gründer des Diakonischen Werkes, heiratete.
Friederike Fliedner wurde erste Vorsteherin der Diakonie in Kaiserswerth bei Düsseldorf.

Burgweg- Hintertäler Tor -Weilburger Straße

Schütt 4, 35619 Braunfels, DE

Die Steintafel unterhalb, an der Mauer in der Weilburger Straße, führt aus: „Hochzeitslinde: Am 11. Juni 1812 hier gepflanzt aus Anlass der Heirat der Prinzessin Sophia Auguste von Solms mit Johann August Carl, Fürsten zu Wied.“ gepflanzt, doch war eben diese Hochzeitslinde, stahlverstärkt, betonausgegossen und wurde 2005 gefällt. An deren Stelle steht nun die Freundschaftslinde“ eine Kreuzung einer europäischen und einer amerikanischen Linde- dies bietet hier die Möglichkeit des Hinweises auf die Braunfelser Schwesterstadt New Braunfels in Texas .Mitbegründer war Prinz Carl zu Solms Braunfels.
Auf der anderen Torseite steht das Schmidt'sche Haus in der Schütt, doch vom Burgweg aus sieht man sehr schön die, an den Knaggen angebrachten, Neidmasken, welche Neider und böse Geister im allgemeinen verscheuchen sollen.
Das große Gebäude Weilburger Straße 14 wurde vor dem Krieg 1870/71, genauer gesagt nach 1848, Kaserne einer Kompanie der 8. Rheinischen Jäger, später bis Ende des Zweiten Weltkrieges als Gasthaus „Weißes Roß“ genutzt.