Karl-Heine-Kanal

Tour Am Kanal 28, 04179 Leipzig, DE

Die Tour ist hervorragend für einen kurzen Paddelausflug geeignet, wenn man Ruhe und Entspannung auf einem nicht fließenden Gewässer sucht.

Autor: Freizeit-Abenteuer

Freizeit-Abenteuer - Freizeit-Abenteuer

Unseren Boots-& Kanuverleih findet ihr Am Kanal 28, mitten in Leipzig-Plagwitz. Ihr könnt bei uns...

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4 Stationen

Philippuskirche Lindenau

Aurelienstraße 52, 04177 Leipzig, DE

Die Philippuskirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Leipzigs westlichem Ortsteil Lindenau. Sie ist – anders als üblich – eine Kirche ohne zugehörige Kirchgemeinde.

Die Kirche wurde nach jahrelangem Leerstand umfassend restauriert und wird jetzt als Musik-, Kultur-, Glaubens- und Veranstaltungsstätte genutzt. Ihre feierliche Wiedereröffnung mit Altbischof Jochen Bohl und etwa 500 Besuchern war am 3. Mai 2019. Zuvor war sie seit 1910 eine evangelisch-lutherische Gemeindekirche.

Die Philippuskirche wurde von 1907 bis 1910 im Jugendstil erbaut, sie ist eine von nur zwei Kirchen in Mitteldeutschland, die nach den Grundsätzen des Wiesbadener Programms (Zusammenfassung der politischen Ansichten und Forderungen der FDP Ende der 1990er Jahre) erschaffen wurden. Die Kirche und ihr markanter, 62,5 Meter hoher Turm mit reich verzierter neobarocker Haube prägen maßgeblich das Ortsbild.

An den naheliegenden Stufen direkt am Kanal kann man gut verweilen, Pause machen und die Sonnenstunden genießen, während man sich in Ruhe der Natur und den vorbeifahrenden Gondeln und Kanus widmen kann.

Stelzenhaus

Weißenfelser Straße 65, 04229 Leipzig, DE

Das Stelzenhaus ist ein Industriedenkmal in Leipzig, welches 1937 bis 1939 vom Architekten Hermann Böttcher für die Wellblechfabrik Grohmann & Frosch erbaute wurde. Es zählt heute zu den bekanntesten Leipziger Industriebauten der 1930er Jahre.

Die am 18. Dezember 1888 von Wilhelm Frosch und Rudolph Grohmann gegründete Firma Grohmann & Frosch erbaute 1889 auf einem kleinen trichterförmigen Grundstück direkt am Karl-Heine-Kanal die ersten kleineren Produktionshallen für ein Wellblechwalzwerk und eine Verzinkerei. Das Grundstück hatte zwar einen privaten Gleisanschluss, jedoch keine Anbindung an die Straße. Um eine Zufahrt von der Weißenfelser Straße aus zu ermöglichen, erwarben Grohmann & Frosch zusätzlich noch das Restgrundstück an der Uferböschung des Kanals.
Etwa 1914 war das Betriebsgelände zu fast zwei Dritteln bebaut. Zur Gewinnung weiteren Baulands entschloss man sich zum Zukauf der Uferböschung. Um den Raum optimal auszunutzen, wurde vor dem Zweiten Weltkrieg ein Baukörper auf Stützen („Stelzen“) errichtet; nach ihnen erhielt das Gebäude später seinen Namen. Nach 1990 stand es leer. Nach umfassender Restaurierung konnte es am 15. Mai 2003 mit Ateliers, Wohnungen und einem Restaurant wieder eröffnet werden.

Da die Baugenehmigung nur unter Verzicht auf eine Böschungsmauer am Kanal und nur auf Widerruf erteilt wurde, musste der ursprüngliche Entwurf vom Architekten Hermann Böttcher überarbeitet werden. Als wesentlichste Veränderung stellte er eine Plattform samt Baukörper in der Art eines Pfahlbaus auf über 100 massive im Raster angeordnete Betonstützen, die hoch über die ansteigende Böschung und zum Teil ins Wasser hineinragen.

Die markante Erscheinung des Stelzenhauses, die es heute so sehenswert macht, resultiert u. a. aus den Forderungen des Luftschutzes zur Erbauungszeit. Die enormen Querschnitte der Betonpfeiler von 1 × 1 Meter rühren aus statischen Berechnungen, in die jeweils 1000 Kilogramm „für evtl. Trümmerlasten“ eingingen. Außerdem wurden unter der Fußbodensohle fensterlose Luftschutzräume für 90 Personen eingerichtet; sie sind bis heute gut zu erkennen. Der Raum zwischen den Betonpfeilern diente ebenfalls Luftschutzzwecken: „Durch die Ausführung des Plateaus über der Kanalböschung wird auch eine Zufluchtsmöglichkeit für solche Volksgenossen, welche nicht zu den Gefolgschaftsmitgliedern gehören, geschaffen.“

Beim Bau wurden Backstein und Beton in der Nachfolge der Klassischen Moderne auf eine rein funktionale Weise eingesetzt. Die Kanalfassade wurde als Schauseite gestaltet, an ihr lassen sich die Funktionen der Gebäudeteile gut ablesen. Die Betonstürze über den Fenstern sind in eisensparender Bauweise ausgeführt, so wie es die Durchführungsbestimmungen zum Vierjahresplan forderten. Die großen Fenster der Halle 1 sowie des Gleiskopfes ersetzten das fehlende Oberlicht.


Mündung Weiße Elster (Ausfahrt hat Vorfahrt!) und Buntgarnwerke

Nonnenstraße 21/18, 04229 Leipzig, DE

Diese Station ist an bzw. nach der Engstelle zur Weißen Elster, in die der Karl-Heine-Kanal mündet. An der Engstelle haben Boote, die vom Kanal kommen, Vorfahrt. Dennoch ist Vorsicht und gegenseitige Rücksicht geboten. Da die Ein- / Ausfahrt recht schmal ist kann es schon mal vorkommen, dass man auf der Weißen Elster daran vorbei fährt. Aber keine Panik, dann einfach kurz umdrehen und wieder einbiegen. Aus unserer aktuellen Richtung ist das aber natürlich kein Problem.

Für die nächsten Minuten fahren wir mit der Weißen Elster stromab. Dafür biegen wir nach links ab und können uns ein wenig treiben lassen.

Die Buntgarnwerke Leipzig GmbH, durch die wir nun fahren, entstand 1990 aus der Umwandlung des Volkseigenen Betriebes Buntgarnwerke Leipzig, einem Textilkombinat mit 3 Standorten in Sachsen. In den Folgejahren wurde die Produktion nach Tschechien verlagert und die deutschen Standorte umgewidmet.
1992 übernahm die BUGA Partners Verwaltung GmbH, damals mehrheitlich in britischem Besitz, das Unternehmen von der Treuhandanstalt Berlin.
Nachdem im Jahr 2007 die letzten Betriebsgrundstücke der Buntgarnwerke Leipzig GmbH veräußert wurden, erwarb die Zech Gruppe, Bremen, das Unternehmen, das heute als Deutsche Bau Holding GmbH mit Sitz in Delmenhorst firmiert.
Der heutige sog. Elster - Park in Leipzig ist mit seinen 100.000 Quadratmetern Brutto-Geschossfläche Europas größtes Industriedenkmal aus der Gründerzeit.

Wasserdurchzogen und zentral gelegen zählt er zu den aus zahlreichen Fern- sehfilmen und Presseveröffentlichungen bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt Leipzig.
Heute werden große Teile des Geländes als Wohngebäude mit 185 Lofteinheiten (sog. Elsterlofts) sowie zwei Brückenlofts genutzt. Das Tragwerk des 1888 von Pfeiffer & Händel projektierten und 1897 von Händel & Franke mit einem Anbau erweiterten Gebäudes bilden mit Ziegeln ausgemauerte Stahlträger zusammen mit teilweise stahlverkleideten ausgemauerten Stahlstützen in einem regelmäßigen Raster.

Eine die Weiße Elster überspannende Gebäudebrücke verbindet im zweiten und dritten Obergeschoss den Hochbau West mit dem 1906 von Händel & Franke als Stahlbetonbau ausgeführten „Hochbau Süd“ in der Holbeinstraße 14 im Stadtteil Schleußig, der ebenfalls zu Loftwohnungen umgebaut wurde.
Der „Hochbau Süd“ wurde von der Atrium GmbH aus Hechthausen zu Loftwohnungen umgebaut und wurde ein Projekt der EXPO 2000. 2006 gewannen die Elsterlofts als Teil des „Quartier an der Weißen Elster/am Karl-Heine-Kanal in Leipzig“ den dritten Preis des DIFA-Award 2006.
Im „Hochbau Mitte“ entstand bis 2013 die exklusive Wohnanlage Venezia-Quartier mit 125 Wohnungen.

Lindenauer Hafen

Der Lindenauer Hafen im Leipziger Stadtteil Schönau gehört zum Projekt Elster-Saale-Kanal. Er wurde 2015 mit dem Karl-Heine-Kanal, der eine Anbindung an die Weiße Elster hat, verbunden. Entgegen seinem Namen liegt der Hafen nicht im Stadtteil Lindenau.
Der erste Spatenstich zum Bau des Lindenauer Hafens wurde im Mai 1938 gesetzt. Im Frühjahr 1943 musste aufgrund des zweiten Weltkrieges schon wieder aufgehört werden. Große Teile des Hafens waren bereits fertiggestellt. Doch es fehlte ein entscheidendes Detail. Die Anbindungen an den Elster-Saale-Kanal und den Karl-Heine-Kanal hatte man nicht mehr geschafft. Der Hafen war dadurch auf dem Wasserweg nicht erreichbar und für die Schifffahrt nicht zu gebrauchen. Tatsächlich genutzt werden konnten nur die bereits fertiggestellten Speicher- und Lagergebäude des Hafens. Seit Anfang der 1990er Jahre verfallen die Gebäude jedoch auf dem fast 40 Hektar großen Gelände.
Vorgesehen waren zwei Umschlag-Hafenbecken mit je einer Länge von 1000 Metern, einer Breite von 90 Metern und einer Tiefe von sechs Metern sowie zwei Industriehäfen nördlich der Umschlagbecken.

Bis in die 1990er Jahre wurden die bereits fertiggestellten Speicher- und Lagergebäude des Hafens genutzt. Seitdem verfallen die Gebäude auf dem fast 40 Hektar großen Gelände. Das Hafengelände war in Leipzigs Bewerbung für die Austragung der Olympischen Spiele 2012 für das Olympische Dorf vorgesehen.

Im Zuge des Projekts „Wasserstadt Leipzig“ wird erneut an einem Ausbau des Lindenauer Hafens und an einem Anschluss an das europäische Wasserstraßennetz gearbeitet. Die Nutzung soll dabei vor allem im touristischen und freizeitlichen Bereich liegen. Dabei sollen der Hafen, der Karl-Heine-Kanal und der Elster-Saale-Kanal ausgebaut, erneuert bzw. fertiggestellt werden. Dasselbe Ziel verfolgt der seit 2007 bestehende Saale-Elster-Kanal Förderverein. Am 18. Juli 2012 wurde die Verlängerung des Karl-Heine-Kanals zum Hafen durch den Stadtrat beschlossen. Für den Anschluss erfolgte am 13. September 2012 der erste Spatenstich durch Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Am 29. Januar 2015 wurde begonnen, die 665 Meter lange Anbindung des Karl-Heine-Kanals an den Lindenauer Hafen zu fluten. Der Vorgang war planmäßig drei Wochen später abgeschlossen. Am 2. Juli 2015 folgte die Einweihung der Verlängerung des Karl-Heine-Kanals.
Bevor die 75 Meter lange Verbindung zum Elster-Saale-Kanal hergestellt werden kann, muss im Karl-Heine-Kanal südlich der Luisenbrücke ein Sperrwerk für Hoch- und Niedrigwasserfälle errichtet werden.