Nachhaltige Architektur

Stadtführung Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, DE

Nicht nur die neue Altstadt, auch viele Hochhäuser entsprechen hohen Standards für nachhaltiges Bauen - auch wenn das nicht direkt ins Auge fällt. Diese Tour zeigt Beispiele - darunter das einst größte Wohnhaus, das zugleich sein eigenes kleines Kraftwerk ist.

Autor: Freelance Journalist

13 Stationen

Europäische Zentralbank (EZB)

Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, DE

Das Ensemble der EZB besteht aus Pforte, Eingangsgebäude, ehemaliger Großmarkthalle und Hochhaus.

Die historische, 1928 fertiggestellte Halle des Gemüse- und Obstgroßmarkts fällt nicht allein wegen ihrer Größe, sondern auch wegen des gewellten Daches ins Auge. Noch bis 2004 war sie in Betrieb, heute hat das Frischezentrum in Kalbach ihre Funktion übernommen. Das von Martin Elsaesser entworfene Gebäude ist DER Monumentalbau des Neuen Frankfurt, einem Stadtentwicklungsprogramm zwischen 1925 und 1930, das von dem Frankfurter Architekten Ernst May geleitet wurde. Seine mit 220 Meter Länge, 50 Meter Tiefe und 23 Meter Höhe riesigen Dimensionen hatten klimatische Gründe. Durch das große Luftvolumen blieb die Innenraumtemperatur sommers wie winters auch ohne Klimaanlage relativ konstant – ideal, um Gemüse und Obst zu lagern.

Die Verwendung von Klinker für Teile der Fassade war für das Frankfurt der 1920-er Jahre sehr ungewöhnlich, üblicherweise wurden die Häuser verputzt. Da die Großmarkthalle im Stadtbild jedoch sehr präsent ist, haben Bauherren in dem Viertel viele der in den vergangenen Jahren entstandenen Gebäude mit solch einer Klinkerfassade versehen.

Unter Denkmalschutz steht die Halle wegen der Dachkonstruktion: Insgesamt 15 zylinderförmige Betonschalen überspannen den Innenraum – ohne Stützen zu verwenden; für die damalige Zeit war das eine völlig neue Bauart. Die zehn Schalen im östlichen Teil sind noch vollständig erhalten, die fünf Schalen im Westen wurden im Krieg zerstört und mit einer anderen Konstruktionstechnik wiederhergestellt.

Hinter dem Pfortengebäude befindet sich eine Baumskulptur des italienischen Künstlers Guiseppe Penone. „Gravity and Growth“ besteht aus einem 17,5 Meter hohen Bronze-Baum, der im oberen Teil eine Granitkugel trägt. Die offene Kugel aus vergoldeten Blättern im unteren Teil der Skulptur steht für die lebendigen Elemente des Baumes. In der Kasseler Karlsaue befindet sich ein weiteres Baumkunstwerk, das Penone für die dOCUMENTA (13) entworfen hatte.

Das Eingangsgebäude der EZB verbindet die ehemalige Großmarkthalle mit dem Hochhaus im Süden. In Abstimmung mit Denkmalschützern wurde es in dem Bereich der zerstörten Dachschalen platziert. Hinter der doppelt gegenläufig gekrümmten Glasfassade befindet sich das Pressezentrum der Währungsbank. In dem früheren Obst- und Gemüsemarktplatz ist als „Haus im Haus“ der Konferenzbereich der EZB sowie ein Besucherzentrum untergebracht, das über die Geldpolitik informiert. Neben dem Besucherzentrum steht auch die ehemalige Großmarkthalle für Führungen offen, virtuelle Rundgänge sind möglich – mit 3D-Brille, wer mag.

Um die EZB herum ist der Hafenpark entstanden. SINAI Landschaftsarchitekten schufen ihn aus ehemaligen Lagerflächen. Das öffentliche Freizeit- und Sportgelände zwischen Bahnlinie und Honsellbrücke erweitert das innerstädtische Parkband entlang des Mains nach Osten in Richtung Offenbach. Neben Spiel- und Trainingszonen finden Sportbegeisterte Streetsoccer- und Basketballfelder und – als besondere Attraktion – den Skatepark »Concrete Jungle«, ein großer Bowlbereich für erfahrene Skater. 2020 kam noch eine Pump-Track-Anlage für junge Skater hinzu.

https://www.ecb.europa.eu/ecb/visits/visitor-centre/html/index.de.html
https://www.grossmarkthalle-frankfurt.de/fuehrungen/
ÖPNV: Bus 32, Straßenbahn 11, Haltestelle U6 „Ostbahnhof“

Erinnerungsstätte Großmarkthalle

Eytelweinstraße 3, 60314 Frankfurt am Main, DE

Im Osten des EZB-Geländes führt der Philipp-Holzmann-Weg an dem Bahndamm entlang.Hier befindet sich die Erinnerungsstätte Großmarkthalle. Von 1941 bis 1945 wurde über den Gleisanschluss der Halle die Deportation der Jüdinnen und Juden aus Frankfurt organisiert, über 10.000 Personen wurden von hier in die Vernichtungslager verschleppt. Der Keller der Halle diente dabei als Sammelort. Zwei parallele Betonwände ragen vom turmartigen Quaderbau am Ende der Großmarkthalle aus in den Weg – sie markieren den Rampenzugang zum Untergeschoss. Zitate von Überlebenden sind in den Boden des Weges entlang des Bahndamms gefräst. Zu dem Gedenkort gehört auch das ehemalige Stellwerk und das Gleisfeld.

Die Erinnerungsstätte Großmarkthalle ist im öffentlichen Teil entlang der Gleise jederzeit kostenfrei zugänglich. Das Jüdische Museum veranstaltet darüber hinaus einmal pro Monat öffentliche Rundgänge – auch zu dem Bereich, der auf dem Areal der EZB liegt. Zudem können etwa einstündige Gruppenrundgänge und Schulklassen-Workshops gebucht werden.

An der EZB schufen SINAI Landschaftsarchitekten auf ehemaligen Lagerflächen den Hafenpark. Das öffentliche Freizeit- und Sportgelände zwischen Bahnlinie und Honsellbrücke erweitert das innerstädtische Parkband entlang des Mains nach Osten in Richtung Offenbach. Neben Spiel- und Trainingszonen finden Sportbegeisterte Streetsoccer- und Basketballfelder und – als besondere Attraktion – den Skatepark »Concrete Jungle«, ein großer Bowlbereich für erfahrene Skater. 2020 kam noch eine Pump-Track-Anlage für junge Skater hinzu.

https://www.juedischesmuseum.de/besuchen/grossmarkthalle-frankfurt/

KVFM – Kunstverein Familie Montez e.V.

Honsellstraße 7, 60314 Frankfurt am Main, DE

In den Arkadenbögen unterhalb der Honsellbrücke hat seit 2014 der von Städelschülern gegründete Kunstverein Familie Montez seinen Sitz . Dort findet ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und weiteren, durchaus unkonventionellen Veranstaltungen statt. Bei gutem Wetter lässt es sich entspannt auf dem großen Vorplatz oder der breiten Treppe sitzen und den Flaneuren im Hafenpark zuschauen.

https://kvfm.de/

Deutschherrnbrücke / EZB-Hochhaus

Deutschherrnbrücke, 60314 Frankfurt am Main, DE

Kurz hinter der Erinnerungsstätte Großmarkthalle befindet sich an der 1913 fertiggestellten Deutschherrnbrücke der Aufgang zu einem Fußgängersteg über den Main. Von hier haben Sie einen guten Blick auf das Hochhaus der EZB und die einer Flussauenlandschaft nachempfundene Grünfläche um das Gebäude herum. Insgesamt 700 Bäume 25 unterschiedlicher Arten wurden hier gepflanzt und ergänzen den städtischen Grünraum – auch wenn dieser Bereich leider nicht öffentlich zugänglich ist. Die Bewässerung wird übrigens durch aufgefangenes Regenwasser unterstützt.

Der Wolkenkratzer besteht eigentlich aus zwei Türmen, dem etwas niedrigeren Südturm (165 Meter) und dem höheren Nordturm (185 Meter). Beide verbindet ein über die ganze Höhe reichendes Atrium mit vier Zwischenebenen. Sie dienen als Kommunikationsbereiche und als Haltepunkte für die Express-Lifte. Im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird, lässt sich das Lichtspiel der gläsernen Lifte gut beobachten. Die Fassade ist mehrschichtig aufgebaut, was den Mitarbeitern erlaubt, ihre Büros individuell zu lüften. Nachts schaltet sich automatisch ein Lüftungssystem ein. Gesteuert wird es mithilfe von Daten des Deutschen Wetterdienstes. Um die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen, werden mit der Abwärme des Computercenters die Büros beheizt. Zusätzlich wurden Leitungsschleifen in das Fundament eingebaut, so dass die Räume auch mittels Geothermie geheizt beziehungsweise gekühlt werden.

Die skulpturale Gestalt des Hochhauses entsteht durch die doppelt gegenläufige Krümmung (wie bei einem Pferdesattel) der Süd- und Nordfassade der Türme. Zudem verlaufen das Dach und die Ostfassade des Nordturms schräg.

An den Hafenpark grenzt in Richtung Innenstadt die Ruhrorter Werft. Sie bezeichnet den mit dunklem Basalt umkleideten Hochkai am Fluss. Wer von der Innenstadt herüberspaziert, stößt geradewegs auf diese schwarze Mauer. Von diesen früheren Hafenanlagen blieben zwei Portalkräne aus dem Jahr 1911 erhalten. In eine ihrer Brücken ist eine Aussichtsplattform integriert, von dort aus haben Sie einen Panoramablick auf die Skyline und die EZB. Daran angedockt ist das Restaurant Oosten, der Biergarten ist bei gutem Wetter geöffnet.
Noch heute verläuft hier das Gleis der Hafenbahn - entlang des Mains über den Westhafen und weiter bis zum Übergabebahnhof Griesheim, zum Netz der Deutschen Bahn. Ein offener Transport- und ein knallgelber Bananenwagon erinnern an die ehemalige Bedeutung der Strecke für den Massengut- und Lebensmitteltransport. Auf der Strecke verkehrt auch die Historische Eisenbahn Frankfurt. Für Sonderfahrten mit dem Dampfzug gibt es als Haltepunkt einen kleinen Bahnsteig vor der EZB.

Von hier aus können Sie am Fluss entlang Richtung Innenstadt und zur nächsten Station, dem Turm der Commerzbank, laufen.

Historische Eisenbahn
https://www.historische-eisenbahn-frankfurt.de/

Oosten – Realwirtschaft
https://oosten-frankfurt.com/

Commerzbank Tower

Große Gallusstraße 17, 60311 Frankfurt am Main, DE

Zum Kaiserplatz hin ist das Hochhaus von einer Randbebauung umgeben, die die Gebäudehöhe der angrenzenden Altbauten aufnimmt. Nur ein relativ schmaler, fast schon schluchtartiger Einschnitt mit einer Treppe führt zur Eingangslobby des Turms.

Weil sich direkt neben dem Baugrundstück bereits ein Wolkenkratzer (das alte Commerzbank-Hochhaus, heute Global Tower) befand, verzichtete man wegen der Gefahr von Absenkungen auf eine tiefe Grube. Bereiche, die ansonsten im Untergeschoss wären, bilden daher eine Art Sockelpodest für den Turm. Deshalb ist die Eingangshalle erhöht und so leider vom unmittelbaren Zugang aus dem Stadtraum abgeschnitten.

In der öffentlich zugänglichen Lobby ist der dreieckige Grundriss des Hauses gut nachvollziehbar. Im Zentrum des Raumes lässt sich nach oben durch das über die gesamte Gebäudehöhe reichende Atrium schauen. Es hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks von 18 Metern Kantenlänge. In alle Geschosse wurde eine Glasebene eingezogen.

Die riesige Wandinstallation hinter dem Empfangstresen stammt von dem Künstler Thomas Emde. Das Wolkenmotiv ist ein Vlies, in dem noppenartige Felder aus vielen Farbschichten aufgebaut sind. Daraus ergibt sich je nach Position des Betrachters und Lichtsituation eine changierende Farbwirkung. Thomas Emde hat auch die markante gelbe Lichtinstallation, die bei Dunkelheit die Turmspitze hervorhebt, konzipiert.

Mit der rund 40 Meter hohen Antenne erreicht der Commerzbank Tower eine Höhe von 300 Metern und war damit einige Zeit das höchste Gebäude Europas. 2017 erreichte das Haus den höchsten amerikanischen Standard für nachhaltiges Bauen: das LEED-Platinum-Zertifikat. Als Vorreiter für ökologische Architektur hatte es bereits 2009 den Green Building Award der Stadt Frankfurt erhalten – unter anderem wegen seiner mehrschichtigen Fassade, die zu 80 Prozent des Jahres eine natürliche Belüftung der Büros ermöglicht (s. das Buch zur App „Stadtwandeln – Frankfurt nachhaltig erleben“).

Neben dem Foyer können Plaza, drei Turmgärten und eine Aussichtsplattform im 35. Stockwerk besucht werdenh.

ttps://bit.ly/3qnKpeg

Omniturm (im Foto rechts)

Große Gallusstraße 18, 60312 Frankfurt am Main, DE

Die imposante Freitreppe des Commerzbank Tower an der Großen Gallusstraße führte lange Zeit ein etwas verlorenes Dasein an der zwar befahrenen, aber ansonsten unbelebten Straße. Gegenüber der Treppe entsteht nun der Vorplatz des im Dezember 2019 fertiggestellten Omniturms. Er bildet mit dem terrakottafarbenen Japan Center, dem Taunusturm und dem Global Tower die erste reine Hochhauskreuzung der Stadt. Er ist zudem der erste Wolkenkratzer in Frankfurt, der eine Mischnutzung mit Büros und Wohnungen aufweist.

Die minimalistisch strenge Gestaltung des 190 Meter hohen Turms wird etwa auf halber Höhe durch die um die Mittelachse versetzt angeordnete Rotation der Etagen aufgebrochen. Der Architekt Bjarke Ingels spricht von einem »Hüftschwung«, den das Gebäude vollzieht. Durch den Etagenversatz entstehen Terrassen, die den Wohnungen zugeordnet sind.

Für den Omniturm ist unter anderem wegen seines ressourcenschonenden Betriebs die höchste Zertifizierung LEED Platinum angestrebt (LEED = Leadership in Energy & Environmental Design).

Main Tower

Neue Mainzer Straße 52 - 58, 60311 Frankfurt am Main, DE

Der Main Tower war das erste Hochhaus in Frankfurt mit einer Besucherterrasse. Denken Sie bei einem Besuch daran, dass es in 200 Metern Höhe erheblich windiger ist als auf Bodenniveau – nehmen Sie also lieber eine Jacke mit. Dann können Sie vom Dach des Turmes aus bei gutem Wetter den grandiosen Fernblick über Stadt und Region genießen. Im 53. Stock befindet sich außerdem das im wahrsten Sinne gehobene Main Tower Restaurant & Lounge.

Dieser Wolkenkratzer wurde 2011 nach dem amerikanischen Nachhaltigkeits-Standard mit LEED Gold zertifiziert, durch eine konsequente Weiterentwicklung seit 2016 mit dem höchsten Standard LEED Platinum.
Neben de Besucherplattform können auch die Kunstwerke im Foyer besichtigt werden.

https://www.maintower.de/besucherplattform-mehr/

Graffito - Rassismus tötet

Friedensbrücke, 60596 Frankfurt am Main, DE

Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rassist neun Menschen in Hanau. Im Gedenken verewigte ein Frankfurter Künstlerkollektiv in einem 27 Meter langen Graffito die Gesichter von Ferhat Unvar (22), Mercedes Kierpacz (35), Sedat Gürbüz (30), Gökhan Gültekin (37), Hamza Kurtovic (22), Kaloyan Velkov (33), Vili Viorel Páun (23), Said Nesar Hashemi (21) und Fatih Saracoglu (34) unter der Friedensbrücke. Die Botschaft: Rassismus tötet – niemals vergessen. Hanau – 19.02.2020

Friedensbrücke, 60327 Frankfurt/M

Westhafen Tower

Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main, DE

Der zylindrische Westhafen-Tower mit einer aus Dreiecksflächen gebildeten Glasfassade wurde zum Wahrzeichen des ganzen gleichnamigen Quartiers. Gerne wird er als „Geripptes“ bezeichnet – wie die traditionellen Frankfurter Apfelweingläser. Die Gläser sind allerdings, wie ein Besuch in entsprechenden Lokalitäten schnell zeigt, konisch und nicht zylindrisch geformt.

Aktiv-Plus-Stadthaus

Speicherstraße 22, 60327 Frankfurt am Main, DE

Hinter dem Westhafen Tower laufen Sie in der Speicherstraße auf ein langgestrecktes Gebäude zu – es steht auf einem Grundstück, das lange nur als Parkplatz genutzt wurde, weil es als unbebaubar galt. Das Anwesen wurde 2015 als das europaweit größte Aktiv-Plus-Stadthaus errichtet, 150 Meter lang und nur 9 Meter tief. Gefördert wurde das Bauprojekt von der Forschungsinitiative Zukunft Bau des damaligen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Das Gebäude verfügt nicht nur über eine hochwirksame Wärmedämmung, es produziert im Gegensatz zu Passivhäusern sogar selbst Energie. Dafür skalierten die Planer erstmals Erkenntnisse aus dem Bau von Einfamilienhäusern auf ein Haus dieser Größenordnung hoch. Photovoltaikelemente auf dem Dach und an der Fassade erzeugen Solarenergie, die in einer Batterie gespeichert wird und damit auch nachts zur Verfügung steht. Mit dem überschüssigen Strom können die Bewohner*innen ihre E-Autos aufladen. An der Südfront sind die in Glaspaneele integrierten Solarzellen zwischen den Fenstern und Loggien deutlich erkennbar. Sie sind damit ein gestalterischer Bestandteil der Außenhülle – anders als bei ästhetisch wenig gelungenen Nachrüstungen, bei denen die Module wie aufgesetzte Elemente wirken, die nichts mit der Fassade zu tun haben. Als Wärmequelle dient außerdem der nahe gelegene Schmutzwasserkanal. Wärmetauscher entziehen ihm Wärme, die mithilfe von Pumpen verdichtet in Speicher und Wohnungen fließt – damit wird eine bislang kaum beachtete Energiequelle genutzt.

https://bit.ly/3ihVbQp

Heizkraftwerk West

Gutleutstraße 231, 60327 Frankfurt am Main, DE

Das Heizkraftwerk West ist vom Druckwasserwerk durch die Gleise der Hafenbahn (vgl. Deutschherrnbrücke / EZB-Hochhaus) getrennt. Ein erster Block entstand schon 1894 mit den Hafenanlagen. Das heutige Mainova-Kraftwerk besteht aus zwei Blöcken, von denen der eine mit Steinkohle und der andere mit Erdgas befeuert wird.

Für Kohle gibt es am Pier eine eigene Entladeanlage – die letzte Hafeneinrichtung des Westhafens. Über den Heber gelangt sie aus den Schiffen auf die Förderanlage und dann quer durch das Bürogebäude am Westhafenpier zur Lagerfläche am Kraftwerk. Der Betrieb mit Steinkohle soll spätestens 2030 enden. Das Informationsportal Solarify meldete im September 2020, dass eine Umstellung der beiden Blöcke auf Erdgas bis 2026 in Planung ist. Kritiker sehen darin einen unzureichenden Zwischenschritt.

Mehr Informationen
https://bit.ly/2KjBr2e

Besichtigung des Kraftwerks
https://bit.ly/39RMfO3

Druckwasserwerk

Rotfeder-Ring 16, 60327 Frankfurt am Main, DE

Der denkmalgeschützte Industriebau von 1898/99 hat mit dem Giebelportal in der Mitte und den beiden kleinen Turmbauten an den Seiten die Anmutung eines Sakralbaus. Hier befand sich die von zwei Dampfmaschinen angetriebene Hydraulikstation für den Westhafen. Über Rohrleitungen wurden Winden und Kräne zur Entladung der Schiffe und Hebeanlagen für Güterwagons betrieben. Das zentrale Kraftwerk ist das letzte Gebäude aus der Entstehungszeit des Hafens. Wie an der Ruhrorter Werft nahe der EZB erinnert ein alter Wagon am Druckwasserwerk an die frühere Bedeutung des Areals für die Versorgung der Stadt. In dem „Denkmal des Jahres“ 2009 befindet sich heute ein Restaurant.
Von hier aus geht es über die Gutleutstraße Richtung S-Bahn, die direkt zur letzten Station, dem Ökohaus "Arche" fährt (Westbahnhof).

http://www.druckwasserwerk.de/
ÖPNV: S 3-6 (Galluswarte, ca. 8 Minuten Fußweg)

Ökohaus "Arche"

Das erste gewerbliche Green Building Deutschlands wurde 1992 fertiggestellt. Im Treppenhaus des siebengeschossigen Bürogebäudes fließt ein Bach durch eine Gartenlandschaft, begrünte Dachterrassen dienen der Erholung der Nutzer*innen.
Das ungewöhnliche Bürohaus mit seiner verwinkelten Konstruktion ist das Resultat eines spektakulären Tauschs. Der einstige
Kommunistische Bund Westdeutschlands verkaufte sein Grundstück an der Mainzer Landstraße an die Commerzbank AG.
Die Millionen flossen in den Bau des Ökohauses „Arche“, deren Mieter überwiegend aus der linken Szene kamen. So fanden die Grünen
mit Daniel Cohn-Bendit hier einst Räume, eine Druckerei oder auch das Frauengesundheitszentrum.
Das Gebäude war Anfang der 90-er Jahre ein absolutes Novum, denn bis dato hatte es keine Erfahrungen mit nachhaltigen Konzepten für Gewerbebauten mit hoher Besucherfrequenz und unterschiedlichen Nutzern gegeben. Das Bauwerk nahm schon damals viele Themen auf, die noch heute höchst aktuell sind: die baubiologische Qualität der Materialien, der Komfort der Nutzer*innen, die Verringerung des Betonanteils, die Verwendung von Lehmwänden, eine natürliche Klimatisierung, und – soweit möglich – die Minimierung von Haustechnik.
Das Regenwasser wird für die Pflanzen und als Brauchwasser für die Toilettenspülungen verwendet. Die begrünten Terrassen und Dachbereiche wirken auf das Mikroklima der Umgebung und verzahnen den Baukörper optisch mit dem angrenzenden
Von-Bernus-Park. Der große Wintergarten mit Wasserlauf im Gebäude dient der passiven Nutzung der Sonnenenergie, der hausinternen
Klimatisierung und bildet zugleich einen Lärmpuffer zur angrenzenden Bahntrasse. Solange sich eine Druckerei im Ökohaus befand, wurde deren Abwärme als Heizenergie genutzt.

Kasseler Straße 1a, 60486 Frankfurt
ÖPNV: S 3-6 (Westbahnhof)

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