Audioguide Natur- und Kulturdenkmale Scharfenstein

Tour L123, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

Natur- und Kulturdenkmale um die Burg Scharfenstein. Die Besucher werden von der fiktiven Glasertochter Frieda durch die Natur geführt, die Ihnen Fakten rund um die historische und naturschutzfachliche Bedeutung der Natur- und Kulturdenkmale mitteilt.

Autor: lu su sai

6 Stationen

Parkplatz Scharfenstein - Einführung und Station 1

L123, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

Der Wanderparkplatz Scharfenstein bildet den Ausgangspunkt für die Tour. Der Audioguide gibt einige Hintergrundinformationen und Hinweise zum richtigen Verhalten in der Natur.



Die Besucher bekommen an dieser Station durch die Glasertochter Frieda Hintergrundinformationen zum Scharfensteinfels.

Station 2

Unnamed Road, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

Hier bekommen die Besucher Informationen zu dem ehemaligen Glashof.

Text für Hörgeschädigte:

Siehst du die Fläche an dem Bach dort unten? Dort stand mal unser Glashof. Außer der Fläche und
einigen Aufschüttungen kann man heute leider nichts mehr von ihm sehen. Er wurde um das Jahr 1570
als Folge der Aufgabe des Glashofs in Münsterhalde gegründet. Hier wurde neben Glas auch
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Tonkeramik hergestellt. Irgendwann im 19. Jahrhundert wurde die Glashütte dann in einen Bauernhof
umgewandelt. Früher gab es im Schwarzwald sehr viele Glasbläsereien. Das lag an dem vielen Holz.
Zum Glasblasen brauchte man nämlich eine Menge Holz. So viel Holz, dass die Glasbläser alle paar
Jahrzehnte an einen anderen Standort ziehen mussten, weil der ganze Wald um die alte Hütte
abgeschlagen war. Ich bin froh, dass ich nicht die schweren Stämmen schleppen musste. Aber das
Holzhacken war schon anstrengend genug! Mit dem Holz wurden die Öfen, die das Glas zum Schmelzen
brachten, angeheizt und man benötigte es um aus dem Holz zuerst Holzkohle und dann Pottasche
herzustellen. Pottasche war mit zwei Dritteln der Hauptbestandteil des Glases, das andere Drittel war
Quarzsand. Dieser wurde aus Bächen geholt. Weswegen neben Holz auch die Nähe zu einem Bach sehr
wichtig für die Glasbläsereien war. Der Bach dort unten ist sogar nach der Glashütte benannt – er heißt
Glashofbach. Ein anderes wichtiges Gewerbe im Schwarzwald war der Bergbau. Dieser verbrauchte
zum Beispiel für seine Silberschmieden auch sehr viel Holz. Deshalb kam es immer wieder zu Konflikten
um den Wald. In den Glashütten gab es aber nicht nur die Glasbläser sondern viele weitere Berufe. Bei
uns gab es den Maler, der die fertigen Stücke bemalte und den Glasofenheizer, auch Schürer oder
Schirer genannt. Oft sind die früheren Berufe dann zu Nachnamen geworden, vielleicht kennst du ja
einen Schürer oder Glaser? Zur nächsten Station geht es in den Wald. Ein kleiner Tipp von mir, sei
besser leise wenn du in ihn hinein gehst.

Station 3

L123, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

An dieser Station wird den Besuchern die Bedeutung der Blockschutthalden für die Natur vermittelt.

Textversion für Hörgeschädigte:

Psssst, ich hoffe du bist leise gewesen. In diesem schönen Wald leben nämlich Gämsen und mit etwas
Glück und Geduld kannst du sie vielleicht beobachten. Der Wald, in dem du dich befindest, ist ein
Buchen- Bergahorn - Tannen Steilhangwald in dem schon sehr lange Zeit nicht mehr gesägt wurde. Es
sieht fast ein wenig nach Urwald aus – findest du nicht? Das besondere an diesem Wald sind aber die
großen abschüssigen Flächen mit den vielen Steinen – sogenannte Blockschutthalden. Diese sind sehr
wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Da die meisten Blockschutthalden schon lange
unverändert sind, kommen dort nicht selten noch Reliktpflanzen aus der Eiszeit vor – also Pflanzen die
wegen der veränderten Bedingungen nur dort überdauern konnten. Dieser spezielle Lebensraum wird
sogar in dem europaweiten Naturschutznetz Natura 2000 geschützt. Komm, wir gehen jetzt hoch auf
die Überreste der Burg Scharfenstein.

Station 4

L123, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

An dieser Station werden den Besuchern Informationen zu der Burg Scharfenstein vermittelt.

Textversion für Hörgeschädigte:

Puuh, endlich oben angekommen! Hast du die Mauerreste gesehen? Hier stand Mal die Burg
Scharfenstein. Zum ersten Mal erwähnt wurde sie im Jahre 1267, aber wenn man sich die Steine
genauer ansieht, kann man erkennen, dass sie schon im 12 Jahrhundert gebaut wurde. Sie wurde von
den Staufen errichtet, um gemeinsam mit der Burg Staufen am anderen Ende des Münstertals den
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Weg über den Schwarzwald zu sichern. Aus Geldnot haben die Herren von Staufen Teile der Burg dann
im Jahr 1325 an das Kloster St. Trudpert und 1330 an das Haus Habsburg und die Stadt Freiburg
verkauft. Im Jahr 1346 kam es dann zum kriegerischen Konflikt um die Besitzverhältnisse, vor allem
der Bergbaugebiete mit dem reichen Silbererzvorkommen. Die Freiburger griffen die nahegelegene
Stadt Münster im Thale an und zerstörten die Burg Scharfenstein. Der Streit konnte aber 1350 beendet
werden, indem die Habsburger 500 Mark Silber an Freiburg zahlte und Freiburg im Gegenzug die
Pfandbriefe an die Habsburger aushändigte. Die Burg wurde danach nie wieder aufgebaut sondern
1480 zum Burgstall – also einer Burgruine – ernannt. Heute ist nur noch die kleine Mauer erhalten. Ich
war oft hier um die Aussicht zu genießen. Hier sieht man auch wieder gut den Scharfensteinfels und
die Umgebung. Kannst du dir vorstellen, dass es hier früher kaum noch Bäume gab?! Soviel haben wir
gebraucht für die Bläserei und den Bergbau… Wenn du dich ein bisschen erholt hast, zeige ich dir noch
eine andere Seite meiner Heimat. Dafür gehen wir jetzt erstmal bergab.

Station 5 Borstgrasrasen

Stampf 5A, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

An dieser Station werden den Besuchern Informationen zu den umgebenden Borstgrasrasenflächen vermittelt.

Textversion für Hörgeschädigte:

Siehst du wie sich die Landschaft verändert hat? Wir haben jetzt den Wald verlassen und man sieht
schon die ersten Weideflächen. Wenn du Glück hast siehst du hier zur Zeit Tiere stehen. So sah es hier
natürlich nicht immer aus. Erst durch uns Menschen und die Haltung von Ziegen und Schafe hat sich
die Landschaft so verändert. Die Tiere kommen super mit dem steilen Gelände zurecht und freuen sich
über frisches Gras und verschiedene Kräuter und Sträucher. Da kommt es gerade gelegen, dass hier
bereits so viele Bäume für die Glasbläserei und den Bergbau gefällt wurden. Die Ziegen und Schafe
fressen dann viel ab, so dass keine neuen Bäume aufkommen können. Besonders lieben sie auch
saftige Kräuter, aber das rauhe Borstgras nicht so sehr. So haben sich auf den mageren Böden
sogenannte Borstgrasrasen entwickelt. Diese sind besonders, da sie Arten enthalten, die man sonst
eher seltener findet, wie zum Beispiel Arnika oder das Wald- Läusekraut. Wir gehen jetzt noch ein Stück
bergab und dann wieder etwas hinauf zum Wasserfall. Schau doch mal ob du auf dem Weg besondere
Pflanzen oder Weidetiere entdeckst.


Station 6 Stampfbachwasserfälle

L123, 79244 Münstertal/Schwarzwald, DE

An dieser Station werden den Besuchern Informationen zu den Stampfbachwasserfällen vermittelt.

Textversion für Hörgeschädigte:

Siehst du wie sich die Landschaft verändert hat? Wir haben jetzt den Wald verlassen und man sieht
schon die ersten Weideflächen. Wenn du Glück hast siehst du hier zur Zeit Tiere stehen. So sah es hier
natürlich nicht immer aus. Erst durch uns Menschen und die Haltung von Ziegen und Schafe hat sich
die Landschaft so verändert. Die Tiere kommen super mit dem steilen Gelände zurecht und freuen sich
über frisches Gras und verschiedene Kräuter und Sträucher. Da kommt es gerade gelegen, dass hier
bereits so viele Bäume für die Glasbläserei und den Bergbau gefällt wurden. Die Ziegen und Schafe
fressen dann viel ab, so dass keine neuen Bäume aufkommen können. Besonders lieben sie auch
saftige Kräuter, aber das rauhe Borstgras nicht so sehr. So haben sich auf den mageren Böden
sogenannte Borstgrasrasen entwickelt. Diese sind besonders, da sie Arten enthalten, die man sonst
eher seltener findet, wie zum Beispiel Arnika oder das Wald- Läusekraut. Wir gehen jetzt noch ein Stück
bergab und dann wieder etwas hinauf zum Wasserfall. Schau doch mal ob du auf dem Weg besondere
Pflanzen oder Weidetiere entdeckst.