Beatles Spaziergang

Tour Feldstraße 69, 20359 Hamburg, DE

Beatles Spaziergang

Autor: Universität Hamburg

9 Stationen

Beatles-Platz

Reeperbahn 174, 20359 Hamburg, DE

Jung und unbekannt war die Band im Sommer 1960 nach strapaziöser Fahrt mit Bus und Fähre in Hamburg angekommen. Auch in Liverpool waren die "Silver Beatles", wie sie sich zu dieser Zeit nannten, noch völlig unbekannt. Von anderen Liverpooler Bands, die bereits vor den Beatles Engagements in Hamburg hatten, wurden sie argwöhnisch beäugt: Derry and the Seniors, eine Combo, die heute niemand mehr kennt, beschwerten sich beim Beatles Manager Allan Williams, die Beatles zerstörten den guten Ruf britischer Bands. Kein Wunder, dass die Jungs doch bisher kaum Auftrittserfahrung hatten. Schlagzeuger Pete Best stieß erst unmittelbar vor der Abfahrt nach Hamburg zur Band. Er war willkommen, weil er ein nagelneues Schlagzeug besaß. Gemeinsame PRoben hatten so gut wie nicht stattgefunden.

Erst einige Jahre später werden sie beliebt und berühmt. Welche Bedeutung die Stadt Hamburg für die Entwicklung der Band hatte und mit welchem touristischen Pfund sich hier hätte wuchern lassen, wurde in Hamburg nach seinen letzten Auftritt 1966 lange vergessen.

Und erst im Sommer 2006 fand eine große Ausstellung über die Beatles im Hamburg Museum statt: ein Zeichen, dass sie genauso zur kulturellen Geschichte der Stadt gehören wie Jahannes Brahms. Was allerdings bislang fehlte, war ein öffentlicher Ort, an dem an die Geschichte der Beatles in Hamburg erinnert wird.
Durch die Initiative eines privaten Radiosenders entstand schließlich die Idee eines Beatles-Platzes an der Einmündung der Großen Freiheit auf die Reeperbahn. 2005 fand ein Wettbewerb zur Gestaltung des Platzes statt, den das Hamburger Architekturbüro Dohse + Stich gewann.

Im September 2008 wurde der Platz eröffnet und feierlich eingeweiht. Mit King Size Taylor und Lee Curtis waren ehemalige Star-Club-Musiker dabei, und der Burgemeister hielt eine Eröffnungsrede. Paul MacCartney und Ringo Starr fehlten am Eröffnungstag leider. Der Platz hat die Form einer Vinyl-Schallplatte, auf der fünf Metallfiguren stehen. Eine der Figuren hält sich etwas abseits und stellt Stuart Sutcliffe dar. Die fünf Figuren sind inzwischen zu beliebten Fotomotiven geworden. Siebzig Songtitel sind auf dem Platz eingraviert, von denen einige bei der Eröffnung noch falsch geschrieben waren, was für allerlei Spott in der Lokalpresse sorgte. Die Fehler sind aber mittlerweile korrigiert worden. Zudem residierte von 2009 bis 2012 am Nobistor die "Beatlemania" ein Museum, das die Band auf mehreren Etagen umfangreich würdigte, sich aber letzlich nicht trug.

Der Blick in die Große Freiheit sah Anfang der 1960er Jahre noch deutlich anders aus als heutzutage: Im Hintergrund leuchtete ein Elefant über dem Eingang des Indra Clubs. Der heutige Elefant gehört zum Safari, einem der letzten verbliebenen Sex-Varietés. In der Straße befand sich noch ein Hippodrom, wie wir es aus den Filmen mit Hans Alberts kennen. Und auf der rechten Seite befand sich die Jungmühle, wo Frauen halbnackt im Schlamm miteinander kämpften. Geblieben ist die Kneipe Gretel und Alfonos, direkt neben dem Star-Club. Bei den Musikern war sie auch deshalb so beliebt, weil sie dort in den Konzertpausen Alkohol bekamen, den ihnen der Starclub verwehrte, damit sie nicht betrunken auf der Bühne standen. Alte Fotos und ein bezahlter Schuldschein von Paul MacCartney erinnern in der Kneipe an diese Zeiten.

Auch Anfangs der 1960er Jahre war St. Pauli rund um die Reeperbahn stark vom Sexgeschäft geprägt. Für die fünf Jungs aus Lieverpool war das eine völlig neue und ungewohnte Umgebung.
Paul MacCartney erinnert sich:
"Es war ein Sexschock. Es gab die Mädchen von der Reeperbahn und dann gab es noch andere Mädchen, die am Wochenende kamen und um zehn Uhr abends gehen mussten, weil die deutsche Polizei eine Ausweiskontrolle machte. Es gab noch ein paar andere, die "Reeperbahn" an sich hatten, und dann gab es noch die Stripteasetänzerinnen, und plötzlich hattest du eine Stripperin zur Freundin."

Indra Club

"Ich bin in Hamburg erwachsen geworden, nicht in Liverpool". So hat sich John Lennon an die Hamburger Zeit der Beatles Anfang 1960er Jahre erinnert, als die Band auf St. Pauli prägende Erfahrungen sammelte. Hier wurden sie zu einer professionellen Liveband und hier lernten sie, ihr Publikum zu begeistern. Die ursrünglich Besetzung war: Pete Best (Schlagzeug), George Harrison (Gitarre), John Lennon (Gitarre), Paul MacCartney (Gitarre) und Stuart Sutcliffe (Bass). Später wird Stuart Sutcliff ausstiegen und Pete Best wird durch Ringo Starr ersetzt.

Am 17. August 1960 standen die Beatles im Indra zum ersten Mal auf einer Hamburger Bühne. Das Indra war ein Club mit langer Tradition, wo schon in den 1920er Jahren am Rande des Chinesenviertels ein buntes Nachtleben stattgefunden hatte. 1960 allerdings war der Club ziemlich tot. Der Kaiserkeller, nur ein paar Meter weiter in Richtung Reeperbahn gelegen, lief hingegen sehr gut, nicht zuletzt dank britischer Bands The Jets mit Tony Sheridan.

Auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Hamburger Nachtlokale wandte sich der deutsche Veranstalter Bruno Koschmider im Sommer 1960 an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams. Dieser hatte zeitweise das Management der Beatles übernommen und bot ihnen ein entsprechendes Engagement an. Bruno Koschmieder, der betreiber Indra-Clubs und Kaiserkellers, wollte das Indra so erfolgreich machen wie den Kaiserkeller. Das war die Aufgabe der fünf Jungs aus Liverpool. Vom ersten Tag an mussten sie die Beatles fünf Stunden pro Nacht auf der Bühne stehen. Da ihr Repertoire allerdings für höchstens eine Stunde reichte, wurden die Songs endlos in die Länge gezogen. Angangs waren sie auf der Bühne steif und unsicher und wurden vom Hamburger Publikum eher argwöhnisch betrachtet. Koschmider war unzufrieden und feuerte die Band an: "Mach Schau, Beatles!". Und Beatles machten "Schau". Sie spielten wilder, lauter, warfen sich auf den Boden und machten verrückte Späße. Mit Erfolg! Musikalisch entwickelten sich die Beatles weiter - und das Publikum blieb im Indra. Insgesamt 48 Nächte spielten sie hier, dann wechselten sie nach nebenan in den Kaiserkeller.

Nach und nach passten sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage wurden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrößert. Eine von den Beatles zu Beginn ihrer Karriere konsumierte Droge war das Aufputschmittel Phenmetrazin. Sie bekamen die Droge (als „Prellies“ bezeichnet) oft von dem Hausmädchen, das ihre Wohnung sauber machte, von deutschen Kunden oder von Astrid Kirchherr (deren Mutter sie gekauft hat). McCartney nahm normalerweise eine, aber John Lennon nahm oft vier oder fünf. Hunter Davies behauptete 1968 in seiner Biografie über die Band, dass ihr damaliger Gebrauch solcher Stimulanzien eher eine Reaktion auf ihr Bedürfnis war, wach zu bleiben und weiter zu arbeiten, als einfach nur ein Wunsch nach Kicks. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine „Schau“ zu machen, mündete in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlockten und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machten.

Kaiserkeller

Weil der Indra-Club wegen Ruhestörung geschlossen werden musste, zogen die Beatles Anfang Oktober in den Kaiserkeller um. Hier trat auch die ebenfalls aus Liverpool stammende Gruppe "Rory Storm & the Hurricanes" mit ihrem Schlagzeuger Ringo Starr auf.
Am 15. Oktober 1960 vereinigten sich die beiden Gruppen zu einer privaten Aufnahme des Titels Summertime in einem kleinen Studio an der Kirchenallee 57. Im Laufe der Jahre gingen allerdings alle neun gepressten Platten dieser ersten gemeinsamen Produktion von Lennon, McCartney, Harrison und Starr verloren.

Der Kaiserkeller, der heute noch als Club existiert, sah 1960 nicht so aus, wie man sich einen Club mit jungen wilden Rock´n´Roll-Bands vorstellt. Das Interieur bestand aus rustikalem Seemannsmobiliar, die Bänke waren in halbe Schiffe eingebaut, als Tische dienten Fässer. Das Publikum galt als ungehobelt, Schlägereien waren an der Tagesordnung: Der Kaiserkeller war ein typischer Rockerkeller. Eine dunkle Höhle, in die sich jemand wie Klaus Voormann, ein junger Grafiker, der zu Hause klassische Musik und Jazz hörte, nicht hineingetraut hätte. Wie vom Blitz getroffen sei er allerdings stehen geblieben, als er eines Abends die Geräusche aus dem Kaiserkeller hörte, berichtet Voormann in seiner Autobiografie. Das war Musik, wie er sie noch nie gehört hatte! Er wagte sich in den dunklen Keller und war so begeistert, dass er am nächsten Tag seine Freundin Astrid Kircherr und den Fotografen Jürgen Vollmer in den Kaiserkeller schleppte.

Diese jungen Leute unterschieden sich eklatant vom Stammpublikum. Sie waren vom französischen Existenzialismus inspiriert und nannten sich "Exis". Dunkle Rollkragenpullover und Haare, die sie glatt in die Stirn gekämmt trugen, gehörten zu ihren Erkennungszeichen. Die Exi-Clique um Voormann, Kirchherr und Vollmer freundete sich schnell mit den Beatles an. Astrid Kirchherr und Stuart Sutcliffe, der Bassist der Beatles, verliebten sich ineinander. Sie übten einen entscheidenden Einfluß auf den Stil der Beatles aus. Erst Sutcliffe, dann auch die anderen, schnitten sich die Haare so, wie sie es von Voormann und Vollmer kannten. Besonders Voormann blieb den Beatles noch lange verbunden. Er gestaltete das legendäre Cover des Revolver-Albums von 1966 und spielte später als Bassist auf den Soloalben von John Lennon und George Harrison.

Musikalisch bedeutete das Engagement im Kaisenkeller einen Aufstieg. Das Repertoire der Beatles wurde immer größer, die Band lernte, ganze Alben von Chuck Berry und Gene Vincent nachzuspielen. Zwischen zehn und zwölf Stunden pro Nacht standen die Beatles auf der Bühne, wobei sie sich stündlich mit Rory Storm and the Hurricans abwechselten. Heute hängt ein altes Plakat aus dieser Zeit an der Tür zur "Großen Freiheit 36". Es lässt darauf schließen, dass Rory Storm und seine Band damals wesentlich bekannter waren als die Beatles. Berühmter als Rory Storm selbst wurde später allerdings der Schlagzeuger seiner Band, der damals als bester Schlagzeuger Liverpools galt: Ringo Starr.

Ehmaliger Top Ten Club

Reeperbahn 136, 20359 Hamburg, DE

Ehmaliger "Star-Club"

Große Freiheit 39, 22767 Hamburg, DE

Ehmaliges Bambi Kino

Paul-Roosen-Straße 33, 22767 Hamburg, DE

Lederladen Thadenstrasse 6

Thadenstraße 6, 22767 Hamburg, DE

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Hotel Pacific

Neuer Pferdemarkt 30-31, 20359 Hamburg, DE

Heiligengeistfeld neben der U-Bahn Feldstraße

Budapester Straße 18, 20359 Hamburg, DE