Geschichtsstationen in Kirchheim

Stadtführung Geschwister-Burch-Straße 5, 53881 Euskirchen, DE

Hier können Sie die Geschichte Kirchheims in einem Rundgang entdecken. Aktuell befindet sich dieser noch im Aufbau und wird stetig ergänzt. Ich möchte darauf hinweisen das dies ein privat recherchierter und erstellter Rundgang ist. Die meisten Stationen sind im Privatbesitz somit ist das Betreten der Grundstücke nicht gestattet.

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Willkommen - Euskirchen Kirchheim

Willkommen - Euskirchen Kirchheim

… auf der Website Euskirchen-Kircheim.de Eine private Website über das schöne Dorf Kirchheim im K...

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8 Stationen

Alte Grundschule

Geschwister-Burch-Straße 3, 53881 Euskirchen, DE

Seit 1860 gibt es bereits in Kirchheim eine katholische Grundschule. Die alte Schule in der Ortsmitte von Kirchheim wurde um 1900 als Bruchsteinbau errichtet. Zeitweise unterrichtete ein alleinstehender Lehrer 211 Kinder in Kirchheim, während die ``Norm´´ zu dieser Zeit nur 80 Kinder vorsah. In späterer Zeit ergänzte man diese um einen Zwischenbau in dem neuen Toiletten und Abstellräume Platz fanden. Der linke Teil umfasste ein Lehrerwohnhaus sowie Klassenräume. Im rechten Teil waren weitere Klassenräume untergebracht. Im späteren Zwischenbau befanden sich ebenfalls ein Jugend- sowie ein Sportraum, welcher nach Einstellung des Schulbetriebs in dem Gebäude, durch die ortsansässigen Vereine genutzt wurde. Im unteren Teil befand sich zu dieser Zeit auch die Bücherei der Pfarrgemeinde. Bis 1968 gab es die Volksschule Kirchheim. Von den Lehrern und Lehrerinnen sind noch folgende Namen bekannt: Herr Salmon, Herr Siebels und das Ehepaar Barthels. Als Rektorinnen und Rektor: Frau Innig, Frau Hoffman und Herr Kortenbroich welche auch als Lehrer tätig waren. Der ortsansässige Dechant Joseph Emonds unterrichtete katholische Religion. Nach einem verheerenden Brand wurden die ehemaligen Schulgebäude stark beschädigt. Heute befinden sich die Gebäude in Privatbesitz und wurden aufwendig unter Beachtung des Denkmalschutzes wieder in ihrer ursprünglichen Form hergerichtet. Seit 1968 werden die Kirchheimer Kinder in der neuen Grundschule in der Einsteinstraße unterrichtet. Die fortführenden Schulen besuchten von dort an die Kirchheimer Kinder in Kuchenheim, Euskirchen, Bad Münstereifel sowie Rheinbach.

Kirche St. Martinus

Geschwister-Burch-Straße 5, 53881 Euskirchen, DE

Die Kirche in Kirchheim ist eine Nachfolgerin der Pfalzkapelle des fränkischen Königsgutes Hockebur. Dessen frühe urkundliche Erwähnung findet sich 1300 im „liber valoris“ dem Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe. Das Patrozinium des hl. Martinus weist ebenfalls auf deren Entstehung in fränkischer Zeit hin. Die ursprüngliche Kirche, welche um das Jahr 900 errichtet wurde, stand auf dem alten Friedhof, wo heute noch dessen Altarstein zu finden ist. In den Wirren des dreißigjährigen Kriegs, wurde auch diese, wie in vielen anderen Orten, ausgeraubt und beschädigt. Im Jahre 1672 wurde der Chor erneuert und 1704 der Kirchturm neugebaut. In den Jahren 1868-1870 wurde die heutige Kirche im frühgotischen Stil, nach Plänen des Bonner Architekten Schubert erbaut. 1871 wurde diese geweiht, nachdem die alte Kirche abgebrochen war. Von der alten Kirche existiert heute noch ein fränkischer Kopf im Eingangsbereich, eine Skulptur aus Sandstein. Im Jahr 1945 hat sich Dechant Emonds mit Hilfe der Pfarrgemeinde der Ausstattung angenommen. Das Dach, der Chor und Altar wurden erneuert. Ebenfalls wurden neue Glocken beschafft. Das Michaelfenster ist eine besondere Zierde, welches nach dem Vorbild von Chartres. 1963 wurde die Kirche statisch gesichert, da die Fundamente an der Westseite nachgegeben hatten und es Risse im Gewölbe gab.

Altes Pfarrhaus

Geschwister-Burch-Straße 2A, 53881 Euskirchen, DE

Das alte Pfarrhaus wurde im 19. Jahrhundert als Bruchsteinbau errichtet und diente dem ortsansässigen Pfarrer als Wohn- und Arbeitshaus.
Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs versteckte der damalige Pfarrer Joseph Emonds, den Maler Mathias Barz und seine jüdische Ehefrau Hilde, welche einst Schauspielerin war, im Dachboden des Pfarrhaus während im Haus ein kleiner Stab der SS einquartiert war. Joseph Emonds wurde 1938 nach Kirchheim versetzt. Er war Priester, Pazifist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Ihm zu Ehren wurde 2016 die gegenüberliegende Straße nach ihm benannt und 2015 eine Gedenktafel am Pfarrhaus angebracht.

Hockebur

Einsteinstraße 16, 53881 Euskirchen, DE

In unmittelbarer Nähe zur Hohnsheck, stand die sogenannte "Hockebur". Anders als der Name vermuten lässt, handelte es sich hierbei nicht um eine Burg im klassischen Stil, vielmehr war sie ein königliches Hofgut (eine hölzerne Villa) aus fränkischer Zeit. Sie diente "Karl dem Großen" (768-814) als Verwaltungszentrum. Die „villa“ entwickelte sich noch vor dem 7. Jahrhundert zum Prädium Flamersheim, dessen älteste Erwähnung 870 in der Chronik des Regino von Prüm erfolgte. Dort heißt es ins Deutsche übersetzt: „Als Ludwig (der Deutsche) von östlichen Landen kommend, das Gebiet der Ripuarier betreten hatte nahm er Herberge in villa nominé Flamersheim (auf dem königlichen Hofgut Flamersheim) und wie er dort von einer großen Anzahl Begleiter umgeben, das solarium, (Söller oder oberes Stockwerk des Hauses) bestieg, brachen plötzlich zwei Balken, welche infolge des hohen Alters durch Fäulnis morsch geworden waren. Das solarium stürzte zusammen und unter seinen Trümmern wurde der König stark zerquetscht, so dass zwei Rippen sich aus ihrem Verbande lösten“. Im Zeitraum 881 und 892 fiehlen die Normannen über das Rheinland her und zerstörten auch das Königsgut. Sie plünderten und brannten es nieder. Die sich in den Wäldern verstecken Bewohner bauten dieses nicht mehr auf. Einige von ihnen siedelten in der fruchtbareren Ebene, dem heutigen Flamersheim neu. Die übrig geblieben Bewohner bauten aus den Trümmern der Villa einen neuen Ort auf. Dieser trug einige Zeit den Namen Hockebur. Neben der Hockebur, dem heutigen Hockenbroich, bildeten sich das Dorf und Oberkastenholz. Die schnell wachsende Siedlung "et dörp" gab sich den Namen Kirchheim. Dies geschah Ende des 13. Jahrhunderts. So wurde der Ort zur Pfarrei Kirchheim. Über die Jahrhunderte verschwanden die Baulücken zwischen den drei Orten. Die Orte Hockenbroich und Oberkastenholz wurden in den Ort Kirchheim eingegliedert.
An jedem Kirmestag im Jahr erinnert der Hockenbroicher Jungesellenverein mit dem Hohnshecker Protokoll, in spaßhafter Weise, an die Bedeutung der Hockebur und an die von ihrem Umland zu zahlenden Tribute.

Müller-Krüzje

Euskirchen, DE

Ursprünglich stand an dem Standort des heutigen Bildstocks ein Wegkreuz. Dieses Wegkreuz wurde vermutlich im 17. Jahrhundert ersetzt. Der heutige Bildstock ist 2,2 Meter hoch und wird von einem 45 Zentimeter hohem Eisenkreuz gekrönt.
In den Jahren 1477,1519,1529,1559 und 1577 beherrschte die Beulenpest auch Kirchheim. Ein drittel bis zur Hälfte der Dorfbewohner fiel dem „schwarzem Tod“ zum Opfer und Kirchheim wurde weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Da ihnen oft das Brot ausging, lieferte ein Arloffer Bäcker Backwaren an das Wegkreuz der heutigen Arloffer Straße ab, wo sich dann die Kirchheimer ihr Brot holen konnten. Im Kirchheimer Volksmund bekam es schnell den Namen ``Müller-Krüzje´´ oft auch ``Pesthäuschen´´ genannt.
2006 wurde der Bildstock bei einem Verkehrsunfall völlig zerstört. 2007 nahmen sich Nachfahren jener Familie, welche das Brot ins Dorf brachten, diesem an und ließen dies wieder herrichten.

Zwergenloch (alter Steinbruch und Kalkbrennerei)

53902 Bad Münstereifel, DE

Der alte Steinbruch ist heute kaum noch zu erkennen, da dieser zum Teil zugeschüttet wurde und mit Wildwuchs überwachsen ist. Heute ist dieser ein Naturschutzgebiet. Das Alter des Steinbruchs ist nicht genau datiert. Hier wurde überwiegend Kalkgestein und Grauwacke abgebaut. Der Kalkstein wurde gebrochen und im ehemaligen Kalkofen zu Kalk gebrannt. Zu diesem wurde er mittels Feldbahn transportiert, deren Gleise teilweise noch im Feldweg zu erahnen sind. Steinbrüche in dieser Gegend konnten teilweise bis ins 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Überall im Hang zwischen Kirchheim und Arloff gab es Gruben. Diese waren meist kleine Steinbrüche, Sand- und Tongruben welche als Rohstoffquelle für den damaligen Häuser und Straßenbau verwendet wurden. Über lange Zeit waren einige Kirchheimer in den ortsansässigen Steinbrüchen tätig. So kam es dazu das die Kircheimer den Beinamen "Kissklöpper" bekamen.
Sagen berichten darüber, dass es auf der Höhe eines kleinen Hügels zwischen Kirspenich und Kirchheim (dem ehemaligen Steinbruch) eine Zwergenhöhle gab. Diese gruben Ihre Höhlen bis in die Kellergewölbe des Klosters Schweinheim. Gelüstete es Ihnen nach Wein oder sie wollten ihren Zwergenfreunden welchen schenken, stahlen sie diesen aus dem Klosterkeller, wo er in rauen Mengen zu finden war. Ein Bild über Zwerge war noch bis vor langer Zeit, auf einem Sommerhaus der Hardtburg zu finden.
So kam es dazu, das durch die Sagen, die vorbeiwandernden Leute aus der Umgebung Steine in die Höhle warfen um den Zwergen den Eingang zu versperren.
Ein Heimatforscher begab sich vor einiger Zeit mit dem Besitzer des Grundstücks auf die Suche des Zwergenlochs. Als man dieses fand kam man schnell zu dem Endschluss, dass es sich hierbei um eine in den Stein gehauene Wetterschutzhöhle der Grubenarbeiter handelte, welche auch umgangssprachlich "Kaffebud" genannt wurde.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass in frühen Zeiten den Steinmetzen aussergewöhnliche Kräfte zugesagt wurden, welche sich positiv oder negativ auf den Glauben, die Meinungsbildung und der Einbildung der Menschen auswirken konnte. Die Mythologie der Steinmetze geht jedoch in die römischen und keltischen Zeiten zurück.

Steinbachtalsperre

Talsperrenstraße 99, 53881 Euskirchen, DE

Bekannt ist Kirchheim vor allem durch die nahegelegene Steinbachtalsperre. Sie wurde 1934–1936, als Erdschüttdamm, zusammen mit dem Waldfreibad Steinbachtalsperre mit einem Fassungsvermögen von 1,2 Millionen Kubikmetern erbaut um die ehemalige Flamersheimer Lederfabrik sowie die ehemaligen Euskirchener Tuchfabriken mit weichem Brauchwasser zu versorgen. Zur Durchführung des Baus und des Betriebs wurde der Zweckverband Steinbachtalsperre gegründet. Die Tuchfabrikanten beklagten nämlich schon Ende der 1920er Jahre, dass der Wasserbedarf aus den natürlichen Bachläufen nicht mehr ausreicht und bei manchen die Wasserqualität durch die Einleitung vom Mechernicher Grubenwasser stark beeinträchtigt waren. Im gleichen Zeitraum wurde auch das angrenzende Waldfreibad Steinbachtalsperre erbaut. Im Laufe des Jahres 1935 begann die erste Wasserentnahme und versorgte mit einer 16km langen gusseisernen Rohrleitung die Euskirchener Tuchindustrie.1986 sollte die Talsperre abgelassen werden, eine Bürgerinitiative verhinderte dies jedoch. Im Zeitraum von September 1988 bis April 1990 wurde die Talsperre vom Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swistal aufwendig saniert. Auch in den Jahren 2002 bis 2003 wurde es wieder eng um die Steinbachtalsperre. Nun sollte aufgrund der Haushaltslage das Waldfreibad geschlossen und eine Umnutzung durchgeführt werden. Die Stadt Euskirchen erwägte das Waldfreibad an die Ruhr-Universität Bochum zu verpachten, welche dann auf dessen Gelände dann eine Forschungsstation für Meeressäuger errichten wollte. Aufgrund fehlender Perspektive und erneuter Bürgerinitiative wurde dies jedoch verhindert. Seitdem wird das Waldfreibad von einem Förderverein unterstützt und das rheinische Amt für Denkmalpflege stellte die Bauten unter Denkmalschutz.
Die Steinbachtalsperre ist mit dem angeschlossenen Freibad, dem Waldgebiet Eulenhecke und dem Hillerscheider Flur ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Erholungssuchende.
Bei einem
Unwetter und Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde der Damm statisch stark beschädigt und die Talsperre wurde abgelassen. Wieder einmal kämpft seitdem eine Bürgerinitiative für den Erhalt und die Ertüchtigung der Talsperre.

Kloster Schweinheim

53881 Euskirchen, DE

Das ehemalige Kloster Schweinheim gehört, entgegen seinem Namen, ebenfalls zum Gebiet der ehemaligen Pfarre Kirchheim. Es wurde als Cisterzienserinnenkloster im Jahr 1238 von dem Ritter Gottfried von Tomburg unter dem Namen „Porta coeli“ (Himmelspforte) dem kölnischen Erzstift gestiftet. Berichten zufolge sei auch er selbst mit seiner Frau und seinen Töchtern dem Orden beigetreten. Im Laufe der Zeit kam der später umbenannte Konvent zu ausgedehntem Grundbesitz, so dass seine Einnahmen 1691 jährlich 6000 Taler bei nur zwei Morgen Anbaufläche betrugen. In den Orden wurden meist Frauen aus begütertem Landadel aufgenommen. Sie mussten bzw. konnten sich auch, den Klostereintritt erkaufen und es erwartete sie dort ein entbehrungsreiches, asketisches und gottfälliges Leben. Mit dem ersten Gebet zwischen vier und fünf Uhr begann der Tag. Darauf folgten sechs weitere Gebetszeiten. Nach der heiligen Messe zum Tagesabschluss galt das große „Stillschweigen“.
Damals hatten die Klöster die Aufgabe, die ansässigen „Heiden“ zu missionieren, gleichzeitig galten sie auch als Musterbetriebe für z.B. Obst- und Weinanbau. Das Kloster Schweinheim brachte es zu einer ansehnlichen wirtschaftlichen Stärke. In einem kurzen Zeitraum besaß das Kloster sogar sechs Morgen Weinberge in Dernau. Schon 1240 wurden dem Kloster die Besitztümer von Siegfried von Rheder (Reydorro) vom Stift Münstereifel übereignet. 1242 schenkte die Witwe von Walram dem Zweiten von Monschau, dem Kloster ein Grundstück in Stotzheim zum Bau einer Mühle. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Kloster völlig zerstört. In den Jahren 1726 bis 1728 entstanden die heute noch vorhandenen Gebäude bei Neubau des Klosters. Dabei sind die Bescheidenheitsprinzipien der Zisterzienser architektonisch weitestgehend erhalten worden. Auf eine innere Ornamentierung, auf Bauornamentierung und Bauschmuck ist weitgehend verzichtet worden. Es gibt auch nur einfache, der damaligen Zeit angemessene Glasfenster. Nach Aufhebung des Klosters im Jahr 1802 wurden die Kirche und weitere Gebäude abgerissen. Bis heute sind noch der Äbtissinnenbau mit dem Hauptportal, dem barocken Treppenhaus, Teile der alten Klostermühle sowie Teile der alten Klostermauer und ein Nebenflügel erhalten. Die Ausstattung der Klosterkirche wurde auf mehrere Pfarrkirchen in der Umgebung verteilt und der Besitz ging in verschiedene Hände über. Heute ist das Kloster Schweinheim in Privatbesitz.
In der Pfarrkirche St. Stephanus sind zwei Weihnachtsbilder, aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, aus dem Kloster Schweinheim erhalten.