Harpenfelder Dorfschmiede e.V. Bad Essen - Harpenfeld

Ausstellung Lange Straße 32, 49152 Bad Essen, DE

Historische Dorfschmiede und Stellmacherei auf dem Dorfplatz in Bad Essen - Harpenfeld, Lange Strasse 34

Autor: Harpenfelder Dorfschmiede e.V. Bad Essen-Harpenfeld

5 Stationen

Historische Schmiede

Auf die Flurbereinigung in der Ortschaft Harpenfeld (von 1977 bis 2003 mit Flächenumlegungen, Ausbau von Wirtschaftswegen und Gewässern u.a. die Hünnefelder Allee) wurde ein Dorferneuerungsprogramm "aufgesattelt". Bestandteil dieser Programmplanung war zuerst ein Dorfplatz mit einem Rasthäuschen. In den Planungsphasen entwickelte sich der Ansatz, das Inventar der Schmiede Rickerts aus Harpenfeld sowie der Schmiede Lohmeyer aus Lockhausen in einem neuen Gebäude auf dem Dorfplatz (mit Teich und Brücke) zu versammeln und das alte Rickertsche Gebäude abzureissen.

Die Gründung der Vereins "Harpenfelder Dorfschmiede e.V." erfolgte am 06.07.1992. Das Richtfest wurde am 15.12.1992 "bescheiden und zünftig" begangen.

Das Dach wurde quasi 2 x gedeckt, zuerst mit historischen Docken-Pfannen vom Hof Rothert, sie waren jedoch schon stark verwittert und wurden an den Spender zurückgegeben. Dann ergab sich eher zufällig, daß der Verein von der evangelischen Kirchenkreisverwaltung Buer Einpfalz-Ziegel (1884 gebrannt in Hamm) kostenlos bekommen konnte. Dafür mußte das Dach komplett umgelattet werden. Die Pfannen sind "versetzt" gedeckt, also nicht in Reih' und Glied!

Die kleinen Eisenfenster zum Süden waren zuvor in Rickert's Schmiede verbaut. Die 4 anderen Eisenfenster kommen aus Lohmeyer's Schmiede.

Remise

Die Remise ist das mittlere Gebäude in der hufeisenförmigen Gesamtanlage. Sie ist als Unterstellplatz für historische Geräte geplant mit einem Abstellraum auf der linken Seite und einer Toilettenanlage auf der rechten Seite. Die Remise 1999 in Betrieb genommen.

Stellmacherei

Die Stellmacherei ist ein Neubau wurde am 06.09.2009 eingeweiht. Das historische Inventar stammt aus der Werkstatt des Stellmachers und Tischlermeisters Heinrich Weimann, Bergstrasse in Bad Essen. Das Meisterstück von Heinrich Weimann, ein Ackerwagen, steht in der Remise.

"Stellmacher" ist eine niederdeutsche Berufsbezeichnung, früher: "Rademacher", "Ramaker", woanders auch "Wagner" genannt. Wichtigstes Erzeugnis war das Fahrgestell mit Rädern (auch Unterwagen genannt) und der Aufbau/Kasten (Oberwagen genannt). Die benachbarte Schmiede hat die Eisenteile angefertigt.

Ein Stellmacher hat auch landwirtschaftliche Arbeitsgeräte hergestellt, soweit die Bauern dies nicht selbst konnten, also: Pflüge, Eggen, Walzen, Schleifen und Schlitten, Schieb-und Sackkarren, Häckselladen, Flachsbraken, Wachs- und Honigpressen, hölzerne Rohre und Pumpen, dazu Harken, Schaufeln, Melkschemel und die Stiele zu vielen anderen Handarbeitsgeräten.

In fast jedem Dorf gab es 1 Stellmacher und 3 Schmiede.

In 1920er-Jahren begannen die Bauern von hölzernen Ackerwagen auf gummibereifte Flachwagen umzustellen. Das Stellmacherhandwerk wich auf neue Felder wie z.B. Karosserie-, Fahrzeug- und Anhängerbau aus oder stellte auf Tischlereibetrieb um.

Fahrbare Schmiede

Die Fahrbare Schmiede, sie wird vom Verein genutzt, um auf dem jährlichen "Historischen Markt" in Bad Essen das Schmiede- und Stellmacherhandwerk zu präsentieren. In einem ebenerdigen Anbau stehen dann Esse und Amboss, auf der Anhängerdeichsel vorn ist ein Zeltdach für Aufstellungsstücke der Stellmacher installiert.

Der Anhänger wird mit einem restaurierten Lanz Bulldog zum Kirchplatz gezogen.

Festplatz

Im Innenhof der Anlage kann ein großes Rundzelt aufgebaut werden, entsprechende Vorrichtungen für die Masten wurden bei der Plasterung des Hofes eingelassen.