Stadtrundgang

Stadtführung Doktor-Martin-Luther-Platz 3, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Ein kleiner Stadtrundgang in Weißenburg

Autor: Tourist-Information Weißenburg

Weißenburg

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15 Stationen

Ellinger Tor

Froschgasse 9, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Eines der schönsten deutschen Stadttore, dessen Torturm aus dem 14. Jahrhundert stammt (Vorwerk und flankierende Türme um 1510, oberstes Geschoss im 17. Jahrhundert aufgesetzt). Das Vorwerk zeigt das erste reichsstädtische Wappen von 1241 (rechts), das heute noch gültige Stadtwappen von 1481 (links) und den staufischen Reichsadler (Mitte). Das Ellinger Tor beherbergt die historische Ratsbibliothek der Stadt.

Gotisches Rathaus

Marktplatz 1, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Der dreigeschossige Sandsteinquaderbau wurde auf der Höhe der reichsstädtischen Entwicklung der Stadt zwischen 1470 und 1480 errichtet, der Turmanbau erfolgte 1567. Der Standort markiert den Kreuzungspunkt der durch Weißenburg verlaufenden Fernhandelsstraßen. Im ersten Stock befindet sich der Söller, im zweiten Stock die Sitzungsräume des Rates und Stadtgerichts (keine freie Besichtigung möglich). Umfangreiche, grundlegende Sanierung 2002 bis 2004. Der Söller wird u. a. für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Marktplatz mit Schweppermannsbrunnen

Marktplatz 3, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Der Marktplatz liegt im südlichen Bereich der drei T-förmig verlaufenden ehemaligen Hauptverkehrsachsen der Stadt. Der bereits 1548/49 errichtete und 1685 erneuerte Brunnen trug ursprünglich den Namen "Schöner Brunnen". Erst in neuerer Zeit (ab 19. Jh.) wurde er als Schweppermannsbrunnen bezeichnet. Dies geht auf eine Sage zurück, wonach ein Weißenburger Fähnlein unter dem Feldhauptmann Schweppermann 1322 in der Schlacht bei Mühldorf siegreich an der Seite Ludwig des Bayern gegen den Habsburger Friedrich den Schönen gekämpft haben soll.

Kaiser-Ludwig-Brunnen

Luitpoldstraße, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Kaiser Ludwig der Bayer hat 1338 mit seiner Waldschenkung die Grundlage des großen Stadtwaldes gelegt. Aus Dankbarkeit errichteten die Weißenburger Bürger 1903 den nach ihm benannten monumentalen Brunnen.

Seeweihermauer

Seeweihermauer 15, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Vor dem östlichen Stadtmauerbereich aus dem 14./15. Jahrhundert, zwischen dem 1874 abgerissenen Obertor und der Oberen Stadtmühlgasse (dem sog. "Knebberlesbuck"), ist heute noch der wassergefüllte Befestigungsgraben zu sehen. Alte Karten von Weißenburg zeigen, dass früher auch im Westen weitere Grabenbereiche ständig, der Rest nur im Verteidigungsfall, mit Wasser gefüllt waren. Die schmale Gasse an der Innenseite verläuft auf dem aufgeschütteten Wall.

St. Andreaskirche

Doktor-Martin-Luther-Platz 11, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Die 1327 geweihte Hauptkirche der Stadt wird in der Zeit von 1390-1425 um den spätgotischen Hallenchor und die Michaelskapelle (Brautportal) erweitert. Ab 1459 entstand in einer sechzigjährigen Bauzeit der Ostturm vor dem Chor. Den Knick in ihrer Form verdankt die Kirche der Verbindung des ursprünglichen Langhauses mit dem neueren Hallenchor, die ursprünglich eine andere Ausrichtung hatten. In St. Andreas befinden sich wertvolle Altäre aus der Zeit um 1500 und ein bekanntes Konfessionsbild (1606). Seit 1995 Präsentation des Kirchenschatzes in der ehemaligen Sakristei. Eine umfangreiche Sanierung erfolgte von 1999 bis 2001. Wenn Sie einen Blick vom Andreasturm aus auf die Altstadt werfen möchten, können Sie sich dazu gerne den Schlüssel zum Turm zu den Öffnungszeiten der Tourist-Information ausleihen (Mo-So 10:00-17:00 Uhr).

Blaues Haus - Apothekenmuseum

Rosenstraße 3, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Zusammen mit der Einhorn-Apotheke wurde dieses Doppelhaus zwischen 1760 und 1767 an Stelle des ehemaligen Amts- und Wohnhauses des Stadtvogts und Reichspflegers erbaut. Es trägt im Schweifgiebelfeld eine bemerkenswerte Darstellung des Reichsadlers mit Reichsinsignien. An der Ostseite befindet sich eine Kalksteintafel mit der Darstellung eines Beils und einer abgehackten Hand sowie der Inschrift "Kaiserliche Freiheit 1766" als Hinweis auf den besonderen Friedensbezirk im Marktbereich. Die Einhorn-Apotheke ist bekannt als Wirkungsstätte des Kastellausgräbers Wilhelm Kohl. In den Kellergewölben ist das Apothekenmuseum der Stiftung "Kohl'sche Einhorn-Apotheke" untergebracht.

Spitalkirche/Spitaltor

Friedrich-Ebert-Straße 7, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Die Kirche und das Spital wurden ab Mitte des 15. Jahrhunderts über dem zugeschütteten ersten Stadtgraben erbaut. 1728/29 erfolgte die Barockisierung durch den Eichstätter Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli. An der Langhaussüdwand sieht man eine "Armenbibel" von 1480 mit Szenen aus dem Leben von Maria und Jesus. Im Chor (keine freie Besichtigung möglich) befinden sich ebenfalls mittelalterliche Wandmalereien, sowie qualitätsvolle Stuckaturen und Deckenmalereien von 1729. Umfassende Renovierungsarbeiten wurden 1995 bis 2003 durchgeführt.

Schanzmauer mit Scheibleinsturm

Schanzmauer 8, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Mauerbereich zwischen dem früheren Frauentor (jetzt Frauentorstraße, Abriss 1887) und der St. Andreaskirche. Die Schanzmauer stammt im Kern aus dem 14./15. Jahrhundert. Der einzige noch existierende runde Turm der Stadtmauer, der Scheibleinsturm (auch "Scheibler" genannt) war lange Zeit eines der Gefängnisse der Stadt. Der Stadtgraben ist im genannten Bereich (mit Ausnahme des Durchbruches in der Bahnhofstraße) weitgehend vollständig, in der Westlichen Ringstraße allerdings mit Häusereinbauten aus dem 19. Jahrhundert erhalten.

Alte Lateinschule

Doktor-Martin-Luther-Platz 11, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Das Haus Martin-Luther-Platz Nr. 9 beherbergte in der Zeit von 1581 bis 1806 die bekannte Weißenburger Lateinschule. Ihr bekanntester Rektor war der Universalgelehrte Johann Alexander Döderlein. Vorher stand an dieser Stelle eine Katharinenkapelle.

RömerMuseum mit Bayerischem Limes-Informationszentrum

Doktor-Martin-Luther-Platz 3-5, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Das ehemalige Manufakturgebäude der „Gold- und Silbertressenfabrik Tröltsch und Hauselmann“ wurde um 1820 unter Einbezug mittelalterlicher Bauteile errichtet. Knapp 50 Jahre später wurde es als Wohn- und Amtshaus genutzt bis es ab 1967 das Heimatmuseum beherbergte. 1983 wurde es zum RömerMuseum umgebaut, einem Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Nach Sanierung, Umgestaltung und Neuaufstellung wurde das Museum 2017 wiedereröffnet. Seitdem glänzt hier der Weißenburger Römerschatz, darunter 17 in Qualität und Erhaltungszustand einzigartige Götterfiguren sowie Votivtafeln, Gefäße aus dem sakralen Bereich, Alltagsgegenstände und Paradeausrüstungsteile.
Seit 2006 befindet sich hier auch das Bayerische Limes-Informationszentrum, der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung des 2005 zum UNESCO-Welterbe ernannten Obergermanisch-Raetischen Limes in Bayern.
Im angrenzenden Gebäude ist seit 1998 das ReichsstadtMuseum untergebracht. Dort wird die Geschichte der ehemals freien Reichsstadt vom Mittelalter bis zu ihrem Ende im Jahr 1802 dargestellt. 2005 wurde dieser bedeutende Museumskomplex durch das „Haus Kaaden“ (Eingang Pfarrgasse 4) erweitert. Hier wird die Aufnahme und Integration der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

Kulturzentrum Karmeliterkirche

Luitpoldstraße 9, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Im Jahr 1325 ließ Kaiser Ludwig der Bayer das Karmeliterkloster in Weißenburg stiften. Der Bau der Klosterkirche und des angrenzenden Klosters dürfte wohl bald danach erfolgt sein. Seit 1544 sind Kirche und Kloster im Besitz der Reichsstadt. 1729 erfolgte die Barockisierung durch Künstler aus den katholischen Gebieten der Region. An der Nordseite des alten Chores findet sich ein berühmtes Volto-Santo-Gemälde (um 1400, keine freie Besichtigung möglich). Umgestaltung zum Kulturzentrum 1981 bis 1983. Die ehemalige Gartenanlage des Klosters, die seit der Profanisierung (1544) unterschiedlich genutzt wurde, ist nach dem Ankauf durch die Stadt (1991) und einer völligen Neugestaltung (1999/2000) in Anlehnung an historische Vorbilder nun auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Schranne/KunstSchranne

An der Schranne 12, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Der Platz "An der Schranne" entstand um die damalige Urpfarrei St. Martin, die um 700 gegründet worden sein dürfte. In der Reformation profaniert (1534), diente sie als Lager- und Verkaufsstelle für Getreide und Mehl. 1863 wurde sie abgebrochen und durch einen Neubau nach Plänen des Architekten Eduard Bürklein in historisierender Form ersetzt. Diese Getreideschranne wurde ab 1925 als Feuerwehrhaus genutzt. 1990/91 erfolgte die Entfernung störender Einbauten und die Restaurierung.

Schrecker

Auf dem Schrecker 11, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Der Schreckerturm (vermutlich 12. Jh.) beherbergte im Mittelalter das Gefängnis. Von hier aus wurde der Gefangene zur Urteilsverkündung durch die Pflastergasse zum Rathaus geführt. Hinrichtungen wurden grundsätzlich außerhalb der Stadtmauern durchgeführt. Heute noch erinnert der Name "Galgenbergstraße" an die ehemalige Hinrichtungsstätte. Der Turm wurde 1996 bei Bauarbeiten wiederentdeckt (abgerissen im 19. Jh.) und zum Teil rekonstruiert.

Schießgrabenmauer

Schießgrabenmauer 4, 91781 Weißenburg in Bayern, DE

Der Stadtmauerabschnitt zwischen Frauentorstraße und Oberer Stadtmühlgasse (volkstümlich "Knebberlesbuck") stammt mit seinen Türmen aus dem 14./15. Jahrhundert. Er geht zurück auf das 1376 durch Kaiser Karl IV. gewährte Recht, die südliche Vorstadt zu ummauern. Die Fianzierung erfolgte mit einer extra eingeführten Getränkesteuer ("Ungeld"). Die Gasse selbst liegt auf dem angeschütteten Wall. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden zahlreiche pittoreske Kleinhäuser an- und eingefügt. Der vor dem Mauerabschnitt liegende "Schießgraben" war bis 1879 die historische Übungsstätte der seit 1250 urkundlich belegten Weißenburger Schützen.