Stadtmuseum Hüfingen

Ausstellung Nikolausgässle 1, 78183 Hüfingen, DE

Zu den Aufgaben des Stadtmuseums gehört die Darstellung von Kultur und Geschichte der Baarstadt und des kulturellen Lebens. Diesem Auftrag wurde der Museumsverein durch zahlreiche Sonderausstellungen gerecht. Thematische Schwerpunkte dieser Ausstellungen waren

Autor: Förderkreis Stadtmuseum Hüfingen e.V.

Ausstellung NIKOLAUS MOHR: Beziehungsarbeit

Ausstellung NIKOLAUS MOHR: Beziehungsarbeit

In der ersten Ausstellung des Stadtmuseums für Kunst und Geschichte Hüfingen im neu begonnen Jahr...

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12 Stationen

Eingangsbereich mit Raum Infotheke (Stallung)

Das 1992 eröffnete Stadtmuseum für Kunst und Geschichte hat es sich zur Aufgabe gemacht, an den Hüfinger Künstlerkreis aus dem 19. Jahrhundert um Lucian Reich zu erinnern und die Werke dieser Künstler zu sammeln.
Das Museum zeigt im ersten Obergeschoss repräsentative Werke des Künstlerkreises. Im Erdgeschoss sind ausgewählte Exponate zur Ur- und Frühgeschichte der Baar, sowie zum mittelalterlichen Hüfingen zu sehen. Jährlich präsentiert das Stadtmuseum im zweiten Obergeschoss vier bis fünf Sonderausstellungen, die sich unterschiedlichen Themen widmen. Auch die Gegenwartskunst steht hier im Fokus, es werden sowohl renommierte als auch junge Künstler gezeigt, die sich auf hohem Niveau mit der Region, sowie der besonderen Architektur des Museumsgebäudes auseinandersetzen und deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur heutigen Bildenden Kunst leistet.
Jeweils im September bietet das Museum im Rahmen der Keramikwochen ein Forum für internationale zeitgenössische Keramik.

Das Museumsarchiv beherbergt zahlreiche kulturelle Schätze aus mehreren Jahrhunderten. Den größten Anteil nimmt der Nachlass des Hans-Thoma-Preisträgers Hans Schroedter ein, der bis 1957 in Hüfingens Ortsteil Hausen vor Wald lebte und durch seine Illustrationen, aber auch durch zahlreiche virtuose Landschaftsgemälde und Portraitdarstellungen großes Ansehen erlangte.

Kelten (Vitrine)

Im ausgehenden 8. Jahrhundert sahen die Bewohner Süddeutschlands von der Sitte, ihre Toten zu verbrennen und die Asche in Urnen beizusetzen, ab und gingen dazu über, sie in Hügelgräbern zu bestatten, deshalb heißt diese Zeit die „Hügelgräberzeit“. Diese dauerte etwa bis zum 5. Jahrhundert vor der Zeitrechnung. Mit Beginn der Hügelgräberzeit löste das Eisen die Bronze nach und nach ab, man spricht deshalb auch von der Eisenzeit.
Es war die Zeit der Kelten: man fand keltische Münzen, Fibelteile, Scherben von Kochtöpfen und Keramikscherben mit typischen Verzierungen.

Vortragsraum (Bronzezeit, Urnenfelderzeit)

Die frühesten Funde, die in Hüfingen bislang zutage gefördert wurden, entstammen den Höhlen des „Höhlensteins“.
In der untersten Schicht gab es Funde aus der Bronzezeit (Scherben und eine bronzene Nadel). Steinzeitliche Funde wurden nicht registriert. Die Kenntnis von diesen Funden verdanken wir im Wesentlichen drei Initiativen:
- Hans der Gelehrte von Schellenberg ließ im 16. Jahrhundert Untersuchungen vornehmen
- Lucian Reich fand im 19. Jahrhundert Scherben, Knochen und Gefäße
und
- im Zusammenhang mit dem Eisenbahnneubau 1899 schnitt man den Abhang an und
stieß erneut auf reichhaltige Funde, die bis in die Urnenfelderzeit zurückreichen

In dieser frühen Siedlungsperiode und auch lange Zeit danach bewohnten die Siedler einfache Hütten aus Rundhölzern und Zweigen. Zum Teil wurden diese über ausgehobenen Gruben errichtet, in denen sich Scherben-, Speise-, Feuerreste und sonstiges in Schichten ablagerten. Überdauert haben nur das beständige Scherbenmaterial, verkohltes Holz und Metall.

Die Menschen siedelten in Stammesgemeinschaften. Sie verbrannten ihre Toten und
bestatteten die Asche in Urnen mit Beigefäßen, in denen die Wegzehr für das Jenseits enthalten war. Daher auch der Name „Urnenfelderzeit“.

Vom 5. bis 7. Jahrhundert war Hüfingen nicht nur ein zentraler Ort, sondern - wie Grab-
beigaben beweisen - auch wohlhabend.

Römer (Vitrine und Landkarte)

Später besiedelten Römer unser Gebiet. Um 50 n. Chr. legten helvetisch-römische Legionäre den Ort Brigobannis auf dem Galgenberg an, um die Donaugrenze gegen die Germanen zu sichern.
Den keltischen Namen übernahmen sie.
Später, als das Kastell längst aufgegeben war, bestand die römisch-keltische Zivilsiedlung am Mühlöschle aber weiter, vermutlich auch noch nach dem Fall des Limes (259). Es gab in dieser Siedlung rechteckige Fachwerkhäuser, sogenannte Streifenhäuser. Zur Straße hin hatten sie eine
durchgehende Arkadenreihe und waren im vorderen Bereich meist unterkellert.
Im hinten gelegenen Hofbereich gab es oftmals kleinere Werkstätten, auch Brunnen fanden sich hier. Diese Wohnhäuser darf man sich jedoch keineswegs primitiv vorstellen, denn Funde von sorgfältig geweißtem Wandputz, farbiger Wandmalerei und Mosaiksteinchen weisen auf eine durchaus komfortable Ausstattung der Räume hin.
Der Fußboden bestand zumeist aus Estrich, Stampflehm oder Holzdielen.
Es gab Dachziegel, Fensterglas, Riegel- und Hebelschlösser. Im östlichen Teil der Siedlung fanden sich Reste von Töpferöfen, Schmiedeplätzen und Mühlsteinen.
Die Römer bestatteten ihre Toten in Urnen und legten zum Teil reiche Beigaben hinein.
Eine Straße führte westlich an Hüfingen vorbei. Das „Römerbad" ist ein noch heute
sichtbares Zeugnis dieser Zeit.

Alemannen (Vitrine und Fundstättenkarte)

Seit Beginn des 3. Jahrhunderts unserer Zeit bedrohten die Alemannen die Römer; in den Jahren 259 und 260 überschritten sie gemeinsam mit den Franken den Rhein, den Limes und die Donau und errichteten den ersten germanischen Staat auf römischem Boden.
Bis zur Annahme des Christentums gaben sie ihren Toten Waffen, Schmuck, Keramik, Lebensmittel und andere Dinge mit ins Grab. In Hüfingen fand man im Reihengräberfeld „Auf Hohen“ wert-vollen Schmuck, Fibeln und Anhänger, auch Gläser fränkischer Herkunft und Glaswaren aus Italien. Mit der zunehmenden Christianisierung nahm die Menge der Beigaben ab, denn diese waren nach christlichem Glauben nicht mehr notwendig. Zwei Goldblattkreuze zählen zu den ersten Zeichen der hiesigen Christianisierung. An anderen Grabungsorten fand man Waffen, eine Gürtelschnalle, einen Sporn, Zaumzeug und Zierscheiben für ein Pferdegeschirr.

Bedauerlicherweise sind viele Dinge aus vergänglichem Material wie Leder, Holz oder Stoff nicht mehr erhalten und einiges wurde in früheren Jahren von Grabräubern entwendet. Manches wurde durch unsachgemäße Grabungen, die man heute anders und vorsichtiger machen würde, zerstört.
Viele der Funde befinden sich heute im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Freiburg.

Mittelalter (Wandnische mit Urbarium und Schellenberger Kaminplatte)

Im Jahr 2009 wurde die Dauerausstellung durch Exponate erweitert, die das Mittelalter
in Hüfingen thematisieren. Neben Fundstücken von Burg Hardteck aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der Ausrüstung eines Fußknechtes aus dem 15. Jahrhundert (einer Replik,
die von Georg Baum konzipiert wurde), Wappen der Blumberger, Schellenberger und Fürstenberger sowie der Reproduktion eines Ölbildes von Martin Menradt (um 1682) beherbergt die große Vitrine ein eindrucksvolles Urbarium, ein Grundbuch, der Stadt Hüfingen um 1786. Ergänzt wurden die Exponate durch ein Faksimile der ersten urkundlichen Erwähnung Hüfingens im Jahre 1083.

Diele 1. OG (Geschichte des Hauses, Raumgestaltung, Zweck des 1. OG, Ahnentafel

Der zentrale Raum im ersten Obergeschoss zeigt die Ahnentafel der Mitglieder des Hüfinger Künstlerkreises aus dem 19. Jahrhundert und ihrer Freunde und Förderer.
Vorläufer und Lehrer der „Hüfinger“ waren der Stuttgarter Hofmaler Johann Baptist von Seele, der in Frankfurt wirkende Hofsänger Johann Nepomuk Schelble und der Oberlehrer, Maler und Gründer der Hüfinger Mal- und Zeichenschule Luzian Reich der Ältere.
Unter dessen Leitung bildeten sich die jungen Hüfinger Talente heran: seine Söhne, der Bildhauer Franz Xaver Reich sowie der Maler und Schriftsteller Lucian Reich der Jüngere, die Brüder Johann Nepomuk Heinemann - Zeichner, Lithograph und Fotograf - und Josef Heinemann – Maler und Zeichner -, der Maler Rudolf Gleichauf sowie der Zeichner und Lithograph Karl von Schneider.

Luzian d.Ä., Johann Baptist Seele, Stadtmodell, Hans Schroedter, Kachelofen

Nachdem Hüfingen zuerst unter Blumberger, dann unter Schellenberger Herrschaft
stand, wurde es 1617 an die Fürstenberger verkauft.
Ab 1744 war es Oberamtsstadt der fürstlichen Verwaltung, ab 1806 des Großherzoglich Badisches Bezirksamtes.
Dies bewirkte den Zuzug von zahlreichen herrschaftlichen Beamten, die mit ihren
Familien allen geistigen und künstlerischen Fragen lebhaftes Interesse entgegenbrachten.
Mitglieder des Fürstenhauses Fürstenberg zeigten sich als Förderer der hier ansässigen Künstler.

Beginnen wir unsere nähere Betrachtung mit einer außerordentlich interessanten und vielseitigen Persönlichkeit: mit Luzian Reich dem Älteren, der 1787 in Bad Dürrheim geboren wurde.
Luzian Reich d. Ä. war ein Mensch mit vielen Facetten - er war Lehrer, Maler, Bildhauer, Kunstschreiner und Sammler von Ölbildern, Kupferstichen, Radierungen, Lithographien, Zeichnungen, Skulpturen und Töpferkunst. Er gründete eine Mal- und Zeichen-
schule für Kinder, denen seine umfangreichen Sammlungen als Anschauungsmaterial dienten. Neben dem Lehrerberuf und seinem künstlerischen Schaffen hatte Luzian Reich d. Ä., um sein mageres Lehrergehalt aufzubessern, auch konkrete industrielle Interessen und leistete auf diesem Gebiet in Hüfingen Pionierarbeit.

Ein Zeitgenosse Luzian Reich d. Ä. war Johann Baptist von Seele. Er wurde 1774 in
Meßkirch geboren und verbrachte seine frühe Kindheit als Sohn eines mittellosen fürstenbergischen Korporals in Hüfingen. Sein Talent wurde geweckt als er die Schule aufgrund einer langwierigen Kinderkrankheit für längere Zeit nicht besuchen konnte
und sich die Zeit mit Lesen, Schreiben und Zeichnen vertrieb.
Aufgrund seines Talentes - und durch glückliche Umstände - konnte er durch fürstenbergische Protektion die Karlsschule in Stuttgart besuchen. Er erhielt 1790 einen Preis, doch der damit verbundene strenge militärische Zwang widerstrebte seiner Natur.
Später arbeitete er in Donaueschingen und erhielt ausreichend Aufträge vom fürst-
lichen Hof und von Privatpersonen. Dennoch avancierte das militärische Genre zu seiner bekanntesten und beim Publikum beliebtesten Werkgruppe.
Seele wurde als bevorzugter Maler des württembergischen Königs zum Direktor der königlichen Galerie in Stuttgart ernannt.

Der Dritte der im 18. Jahrhundert geborenen und mit Hüfingen verbundenen Künstler war der Komponist, Dirigent und Sänger Johann Nepomuk Schelble. 1789 geboren wirkte er bereits im Alter von 16 Jahren am Fürstlich Fürstenbergischen Hoftheater in Donaueschingen als Sänger und Schauspieler mit.
1818 gründete er in Frankfurt den Cäcilienverein, dem er seine gesamte künstlerische Arbeitskraft und Persönlichkeit bis zu seinem Tod widmete.
Schelble gilt zusammen mit Felix Mendelssohn-Bartholdy als Wiederentdecker Bachs.

Lucian Reich d.J., Johann Nepomuk Heinemann

Der Maler und Schriftsteller Lucian Reich d. J. (1817 - 1900) besuchte wie die
anderen einheimischen Talente die Zeichenschule seines Vaters.
Er entwickelte sich zu einem vielseitig begabten Zeichner, Maler und Schriftsteller
mit einer ausgeprägten Beziehung zu heimischer Kultur, Land und Leuten.
Lucian Reich d. J. besuchte von 1833 bis 1836 die Malklasse des Städelschen Instituts in Frankfurt am Main, 1837 folgte ein Studienaufenthalt in München. Im Jahre 1840 erhielt er das badische Staatsstipendium, das ihm einen erneuten zweijährigen Aufenthalt in München ermöglichte. In späteren Jahren war Lucian Reich Gehilfe von Moritz von Schwind bei der Ausmalung der Kunsthalle Karlsruhe.
Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Hüfingen schuf er ab 1850 Uhrenschildentwürfe, darunter die bekannte „Mustermappe für Uhrenschildmaler“ gemeinsam mit Johann Nepomuk Heinemann, mit dem er auch zahlreiche Bücher, wie „Hieronymus - Lebensbilder aus der Baar und dem Schwarzwalde“, „Wanderblühten aus dem Gedenkbuche eines Malers“ und „Die Insel Mainau und der Badische Bodensee“ realisierte.
Von 1855 bis 1889 arbeitete Lucian Reich als Zeichenlehrer im Lyzeum Rastatt, in dieser Zeit fertigte er auch Gemälde für verschiedene Kirchen an. 1896 erschien die Autobiografie „Blätter aus meinem Denkbuch“, nur ein Jahr später die volkstümlichen Erzählungen „Novellen und Skizzen“.
1897 wurde ihm das Ritterkreuz des großherzoglich-badischen Ordens vom Zähringer Löwen verliehen.


Johann Nepomuk Heinemann, geboren 1817 und gestorben 1902, absolvierte zunächst eine Lehre als Uhrenschildmaler in Neustadt, anschließend machte eine Ausbildung zum Lithografen bei Carl Keller in Donaueschingen. Während eines Studienaufenthaltes in München in den 1840er Jahren fand er Arbeit bei dem berühmten Lithografen Franz Seraph Hanfstaengl.
Heinemann war ein enger Freund Lucian Reichs und zentrale Gestalt des Hüfinger Künstlerkreises. Er arbeitete eng mit seinen Künstlerfreunden zusammen und sorgte darüber hinaus durch seine Arbeit als Lithograph für die Vervielfältigung und Verbreitung ihrer Werke. Nach der Eröffnung seiner eigenen Lithographiewerkstatt in Hüfingen fand die Zusammenarbeit mit Lucian Reich d. J. in zahlreichen gemeinsamen Publikationen ihren Höhepunkt, bevor Heinemann sich in den 1860er Jahren dem Schwerpunkt Fotografie zuwandte. Auch auf diesem Gebiet war er sehr erfolgreich und gilt noch heute als einer der Pioniere der Fotografie in Deutschland.
Im späten Lebensabschnitt widmete sich Johann Nepomuk Heinemann vorrangig dem Holzschnitzen.

Franz Xaver Reich, Karl von Schneider

Gemeinsam mit seinem Bruder Lucian erhielt auch Franz Xaver Reich (1815-
1881) Zeichen- und Malunterricht bei seinem Vater Luzian Reich d. Ä..
In diesem Rahmen machte er auch seine ersten Versuche im Modellieren.
1842 unternahm er eine Reise nach Rom, um seine künstlerische Arbeit weiterzuentwickeln.
Er wurde überwältigt von der Majestät der alten Bauten, die er dort vorfand, von den großen Meistern und dem Ostersegen auf dem Petersplatz, jedoch enttäuschte ihn die damalige Kunstszene der Ewigen Stadt, die er als mittelmäßig empfand.
Auf der Heimreise suchte er Pisa, Florenz und Verona auf.
Aus Portici brachte er die Idee der Blumenteppiche zu Fronleichnam mit, wie sie auch heute noch in Hüfingen zelebriert wird.

Franz Xaver Reich übernahm die Ziegelei seines Vaters und gestaltete sie zur Terrakottabrennerei um. Er erhielt den Auftrag der künstlerischen
Gestaltung des gesamten plastischen Schmucks des Karlsruher Hoftheaters.
Von Juli 1851 bis April 1853 wurden in Hüfingen etwa 100 Köpfe und Masken sowie 20
Großreliefs von Charakteren aus Opern und Dramen modelliert und
gebrannt. An der Ausgestaltung des ehemaligen Badischen Staatstheaters in
Karlsruhe waren vier Hüfinger Künstler beschäftigt: Franz Xaver und
Lucian Reich waren für den plastischen Schmuck verantwortlich, Decken-
malereien und Friese im Innenraum stammten von Rudolf Gleichauf und Josef
Heinemann.

Das Wirken von Karl von Schneider (1847 - 1923) konzentrierte sich zwar haupt-
sächlich auf das Lithographieren aber durch seine Ausbildung befähigt,
entstanden auch zahlreiche Zeichnungen, unter anderem der Hauptstraße, der Bürgermiliz und des Hüfinger Künstlerkreises. Er schuf Portraits von Lucian und Franz Xaver Reich, von Johann Nepomuk und Josef Heinemann, aber auch ein Selbstbildnis in Öl.
Alle seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre technisch exakte Ausführung aus.


Reinhard Voss, geboren und aufgewachsen in Schleswig-Holstein, nahm im Jahr 2010 an der Ausstellung „Zeitsprung - zeitgenössische Künstler thematisieren Werke aus der Sammlung des Stadtmuseums“ teil.
Die beiden in der Dauerausstellung gezeigten Arbeiten, in denen Reinhard Voss sich sowohl auf das Werk von Franz Xaver Reich, als auch auf das charakteristische Signet des Stadtmuseums bezieht, wurden 2011 von der Stadt Hüfingen und dem Förderkreis Stadtmuseum Hüfingen e.V. erworben. Reinhard Voss lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Rudolf Gleichauf, Josef Heinemann

Josef Heinemann (1825 - 1901), ein Bruder Johann Nepomuk Heinemanns, besuchte ebenfalls die Zeichenschule von berlehrer Luzian Reich d. Ä.. Sein außergewöhnliches Talent wurde schon in den ersten Schuljahren von Luzian Reich entdeckt und gefördert. Schon als Kind fertigte er Zeichnungen an, die er zum Teil auch schon verkaufte. Den Erlös ließ er seinen Eltern zukommen.
Von Großherzog Leopold erhielt Josef Heinemann ein Stipendium über 200 Gulden, das ihm einen Aufenthalt in München ermöglichte. Sein wichtigster Lehrer wurde Julius Schnorr von Carolsfeld, einer der berühmtesten deutschen Maler der Romantik.
Bekannt machte Heinemann insbesondere seine Bilderbibel, die er im Auftrag der Herderschen Verlagsbuchhandlung Freiburg schuf.
Das Revolutionsjahr 1848 vertrieb ihn aus München. Er reiste zu seinem Onkel, Pfarrer Heinemann nach Frankfurt a. M., um dort ein Studium aufzunehmen. Schließlich kehrte er wieder nach Hüfingen zurück und heiratete die Schwester Rudolf Gleichaufs.
Er empfand eine tiefe Liebe zur Heimat, besonders zu seiner Geburtsstadt Hüfingen –
seiner Kraftquelle, die ihn unter Aufgabe alternativ lockender Lebensaussichten und lukrativer Stellenangebote vor Ort hielt.

Auf die Entwicklung des Werkes von Rudolf Gleichauf (1826 – 1896) nahm, neben der Reichschen Zeichenschule, der Komponist und Musiker Johann Nepomuk Schelble wesentlichen Einfluss.
In dessen Haus fand Gleichauf Lithographien, Stiche, Holzschnitte und Radierungen.
Bereits Rudolf Gleichaufs erste Illustrationsversuche fanden Anerkennung und er erhielt im Alter von siebzehn Jahren ein Stipendium von Fürst Karl Egon III., welches ihm einen Aufenthalt in München ermöglichte. Er begann ein Studium bei Julius Schnorr von Carolsfeld, dem er 1846 nach Dresden folgte.
Am Städelschen Institut in Frankfurt, an dem er 1849 ein Studium aufnahm, machte Gleichauf die Bekanntschaft mit Moritz von Schwindt, der ihn in seiner Entwicklung zum Historienmaler stark beeinflusste. Gemeinsam mit Moritz von Schwind schuf er die Lünettenbilder in den neu angelegten Gebäudeteilen der Karlsruher Kunsthalle.
Als Ergebnis mehrjähriger Reisen in den Jahren 1862 bis 1865 entstanden 39 Aquarelle badischer Trachten, die später als eine der wichtigsten Trachtenbilder-Sammlungen große historische Bedeutung erlangten.

Ausstellung INGEBORG JAAG: Moden anno dazumal.

Eine Zeitreise durch die Welt der Mode
Präsentiert Ingeborg Jaag vom 8. Oktober 2021 bis zum 2. Januar 2022 im Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen.
Nicht nur auf eine nostalgische Modenschau der von Jaag gefertigten Wachspuppen, gekleidet nach alten Stichen und Modezeichnungen der Jahre 1780 bis 1920 dürfen sich die Museumsbesucher*innen freuen, sondern auch auf Keilrahmenarbeiten, mit denen die bekannte Puppenmacherin die Entwicklung und Geschichte der Mode ab 1900 informativ und mit viel Liebe zum Detail aufzeigt. „Interessant fand ich, die Veränderung ab 1926“, so Ingeborg Jaag „durch das ‚kleine Schwarze‘ von Coco Chanel, von bodenlangen Roben, eingeengt in Corsagen, Spitzen und Seidenstoffen, vom ,Vorzeigeobjekt Frau‘ in der Jugendstilzeit, hin zum praktischen Outfit der heutigen Zeit einmal darzustellen.“
Auch Szenen, dargestellt mit Figuren aus der Geschichte Hüfingens, werden im Museum zu sehen sein, ebenso die Themen Bürgerwehr, Bürgerfrauen und Fasnachtszenen, katholische und evangelische Trachten der Baar und die aus der Biedermeierzeit nachempfundene Tracht Villingens. Einen Ausstellungsraum widmet Jaag frei modellierten Figuren und Kleidermodellen ab 1935.
Alle Puppen stellte Ingeborg Jaag in Gemeinschaftsarbeit mit ihrem Mann, dem gelernten Werkzeugmacher Herbert Jaag, her, der sein Geschick besonders in Bezug auf die Innengestelle der freistehenden Figuren sowie die mechanischen Arbeiten einbrachte.

Ingeborg Jaag
Ingeborg Jaag wurde 1942 in Hüfingen geboren. Ein Highlight waren für sie die Tage als Kind hinter dem Ladentisch des Textilgeschäftes ihrer Großeltern, prägend für ihre Liebe zum Material Stoff und zum Thema Mode. Auf ihre Ausbildung zur Erzieherin in Gegenbach, in der sie bereits viel Freude am Werken hatte, folgten erste Modellierarbeiten, Stoffpuppen und Kasperleköpfe.

1964 heiratete sie nach Villingen, ab 1984 erstellte sie die ersten ihrer berühmten Fastnachtsfiguren. „Dann“, so Ingeborg Jaag „kam mir das Brautkleid meiner Urgroßmutter aus dem Jahr 1883 in die Hände. Begeistert von den vielen Haken, Ösen und Versteifungen kam ich auf die Idee, es zu zertrennen, zu vermessen und ein Schnittmustermodell daraus anzufertigen. Nach und nach entstand so die erste Modedame, für die ich dann Kopf und Hände im Wachsgussverfahren herstellte.“

Bald gesellten sich Puppen im Stil des Rokoko, des Empire, der Biedermeierzeit und des Historismus hinzu. Ingeborg Jaag, seit 2003 wieder in Hüfingen lebend, erhielt mehrere Auszeichnungen bei „Eurodoll“-Puppenwettbewerben in Wiesbaden, Bregenz, Sindelfingen und Frankfurt.
Die Ausstellung wird am Freitag, dem 08.10.2021, um 19 Uhr in der Festhalle Hüfingen mit einem Künstlergespräch eröffnet. Zur Vernissage gibt es einen besonderen „Dresscode“ – die Gäste werden dazu eingeladen, in historischer Kleidung, mit mindestens einem nostalgischen Kleidungsstück oder Accessoire – oder mit Hut zu erscheinen.

Ausstellungsdaten:
INGEBORG JAAG: Moden anno dazumal – eine Zeitreise in die Welt der Mode
08.10.2021 – 02.01.2022
geöffnet sonnt- und feiertags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
Eröffnung am Fr, 08.10., um 19 Uhr, in der Festhalle Hüfingen. Es findet ein Künstlergespräch mit Ingeborg Jaag statt. Dresscode: ein nostalgisches Kleidungsstück oder ein Hut

Mehr Walks von Förderkreis Stadtmuseum Hüfingen e.V.

Ingeborg Jaag -Moden anno dazumal-

Ingeborg Jaag -Moden anno dazumal-

Sonderausstellung im Stadtmuseum Hüfingen vom 08.10.2021 bis 02.01.2022 Sonderausstellung im Stadtmuseum Hüfingen vom 08.10.2021 bis 02.01.2022

Förderkreis Stadtmuseum Hüfingen e.V.

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