Zeitreise durch die Oststadt

Stadtführung L99 24, 77652 Offenburg, DE

Die Arbeitsgruppe Stadtteilrundgänge und die Gemeinwesenarbeit des Stadtteil- und Familienzentrums Oststadt laden Sie herzlich zu eine Zeitreise durch die Offenburger Oststadt ein.

Autor: Stadtteil-und Familienzentrum Oststadt

12 Stationen

1. Station Grabenallee/Zähringerbrücke

L99 24, 77652 Offenburg, DE

1. Bild: Grabenallee/Zähringerbrücke, Blick auf Ortenberger Straße/Weingartenstraße (1918, Blickrichtung Osten)
Rechts im Bild das ehemalige Photoatelier Pfefferle, nach dem diese Kreuzung bis heute als „Pfefferle-Kreuzung“ bezeichnet wird.
Das Turmdach des Hauses links daneben, Ortenberger Straße 1 (Haus des Lederfabrikanten Franz Walz), wurde abgetragen.
Links im Hintergrund das Haus Weingartenstraße 7 (Bauherr Ludwig Haueisen, Kaufmann).
Die Litfaßsäule links zwischen den Bäumen steht heute noch.

2. Bild (Herbst 1941): Blick von der "Pfefferlekreuzung" Richtung Nordost. An dieser Stelle steht heute der moderne Bau der Agentur für Arbeit.

2. Station Ecke Ortenberger Straße/Werderstraße

Werderstraße 1, 77654 Offenburg, DE

1. Bild: Ecke Ortenberger Straße/Werderstraße, Blick in den Philosophenweg (1939, Blickrichtung Westen)
Das Kreuz rechts an der Straßeneinmündung wurde 1945 stark beschädigt und 1956 nicht weit entfernt an der Ecke Hildastraße/Ortenberger Straße gegenüber dem Gasthaus „Deutscher Michel“ wieder aufgebaut.
Auf der rechten Seite im Philosophenweg befinden sich zehn Reihenhäuser mit Vorgärten, die über eine Treppe zu erreichen sind. Eigentümer war die „Neue Heimat vertriebener Elsaß-Lothringer“. Sie wurden nach 1919 für Deutsche errichtet, die aus dem ehemaligen Reichsland Elsaß-Lothringen vertrieben worden sind.
Links im Bild lässt die Mauer das Gartenanwesen von Brauereibesitzer Carl Wagner, Ortenberger Straße 40 erahnen. An dieser Stelle war ursprünglich die Einmündung der nördlichen Schwarzwaldstraße geplant (siehe 2. Bild, Situationsplan von 1937).


3. Station Schwarzwaldstraße/Ecke Albert-Dossenbach-Straße

Schwarzwaldstraße 24, 77654 Offenburg, DE

Schwarzwaldstraße/Ecke Albert-Dossenbach-Straße (1941, Blickrichtung Süd/Südost)
Die südliche Schwarzwaldstraße endete in den dreißiger Jahren an der Einmündung Manfred-von-Richthofen-Straße. In dieser Zeit erhielt das sogenannte „Fliegerviertel“, ein Neubaugebiet zwischen Schwarzwaldstraße und Ortenberger Straße, Straßennamen von Jagdfliegern aus dem Ersten Weltkrieg. Albert Dossenbach war einer von ihnen. Heute ist die Straße ein öffentlicher Spielplatz.

4. Station Hildastraße, Blick auf die Weingartenstraße

Hildastraße 60, 77654 Offenburg, DE

1. Bild: Hildastraße, Blick auf die Weingartenstraße und den Augustaplatz im Hintergrund (Blickrichtung Nord)
In dem großen Gebäude in der Mitte des Bildes Weingartenstraße 19, heute Sparkasse, befand sich bis in die siebziger Jahre das Traditionsgasthaus „Ortenauer Hof“.
Ein Blick aus diesem Gebäude (2. Bild 1918, Blickrichtung Osten) zeigt die Weingartenstraße als Allee, die bis zur außerhalb der damaligen Stadt befindlichen Infantrie-Kaserne von 1898 reicht.

5. Station Weingartenstraße/Ecke Brachfeldstraße

Weingartenstraße 57, 77654 Offenburg, DE

Weingartenstraße/Ecke Brachfeldstraße (Januar 1941, Blickrichtung Osten)
Von 1927 bis 1970 war dieser Teil der Weingartenstraße der „Frauenweg“, der von Offenburg zur Weingartenkirche „Unsere Liebe Frau im Weingarten“ führte.

6. Station Zeller Straße

Zeller Straße 53, 77654 Offenburg, DE

Zeller Straße (1953, Blickrichtung Ost)
Die neu errichtete Gewerbeschule an der Moltkestraße hatte auf der Rückseite noch keine Parkplätze; stattdessen führte ein Fußweg zum Haupteingang des Waldbach-Friedhofs.

7. Station Moltkestraße/Ecke Zeller Straße

Moltkestraße 23, 77654 Offenburg, DE

1. Bild Moltkestraße/Ecke Zeller Straße (1953, Blickrichtung Süd/Südost)
1953 wurde an Stelle von Schrebergärten auf der Ostseite der Moltkestraße der Neubau der Gewerbeschule eingeweiht, die bis dahin auf verschiedene Standorte in der ganzen Stadt verteilt war (Ölbergschule in der Pfarrstraße; Handelsschule in der Goldgasse; Langestraße, Wilhelmstraße 8; Bahnausbesserungswerk).

2. Bild (1956, Blickrichtiung Nordost): Kurze Zeit darauf wurde für das französische Militär das Foyer in der Moltkestraße 21 in Betrieb genommen. Anfang des neuen Jahrtausends abgerissen dient die Fläche heute als Parkplatz für Schüler*innen der Gewerbeschule. Das links am Bildrand befindliche Gebäude war das französische Gesundheitsamt, heute Sitz der Staatsanwaltschaft.
Gut zu erkennen ist noch der Straßenbelag aus Pflastersteinen, an den sich ältere Offenburger*innen als „Panzerstraße“ noch erinnern können. Dieser Teil der Moltkestraße wurde ab 1956 für die französischen Panzer freigegeben; vorher rollten sie durch die Hilda- und die Wilhelmstrasse.

8. Station Friedenstrasse, Ecke Friedrichstraße

Friedenstraße 16, 77654 Offenburg, DE

Friedenstrasse, Ecke Friedrichstraße (Blickrichtung Osten)
In dieser Straße befanden sich noch in den sechziger Jahren zahlreiche Geschäfte: Neben der links im Bild befindlichen Gastwirtschaft "Laubenlinde" waren hier Bäckereien, Metzgerei, Friseurgeschäft, Kohlehandlung, Apotheke, Blumen- und Schreibwarenhandlung, Malergeschäft, Gärtnereien und ein Steinmetzbetrieb sowie ein Lebensmittelgeschäft Spinner ansässig.
Im Hintergrund erahnt man die Moltkestraße, zum Zeitpunkt der Aufnahme praktisch ohne Bebauung.

9. Station Wilhelmstraße/Ecke Friedenstraße – Zauberflötenbrücke

Wilhelmstraße 12, 77654 Offenburg, DE

Wilhelmstraße/Ecke Friedenstraße – Zauberflötenbrücke (1917, Blickrichtung Südost)
Das Eckhaus Wilhelmstraße 13, heute durch einen Neubau ersetzt, gehörte zu den ersten Wohnhäusern in der Oststadt.
Die Zauberflötenbrücke ist noch nicht angehoben. 1956 mussten im Zug der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Brücken angehoben werden, um den Bau der Oberleitungen zu ermöglichen. Deshalb verschwindet manches alte Kellerfenster entlang der Wilhelmstraße im Bereich von Brückenauffahrten unter dem Straßenbelag.

10. Station Wilhelmstraße vor der Dreifaltigkeitskirche

Wilhelmstraße 11, 77654 Offenburg, DE

1. Bild: Wilhelmstraße vor der Dreifaltigkeitskirche (1916, Blickrichtung Ost)
Auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Friedhofs, der bis 1870 belegt wurde, stehen die höhere Mädchenschule von 1870, heute Baurathaus, die Turnhalle der Georg-Monsch-Schule von 1878, die Georg-Monsch-Schule von 1899, deren westlicher Bau im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört wurde (siehe Bild 2 bis 4) und die Dreifaltigkeitskirche, erbaut 1906 bis 1908.

11. Station Wilhelmstraße 8

Wilhelmstraße 8, 77654 Offenburg, DE

Wilhelmstraße 8 (1. Bild 1948, 2. Bild 1907, Blickrichtung Ost/Nordost)
Vor dem Bau der Infantrie-Kaserne an der Weingartenstraße 1898 befand sich das sogenannte Bezirkskommando mit der Kaserne seit 1877 in der Wilhelmstraße 8. Über dem Balkon im ersten Obergeschoß erinnert das Offenburger Stadtwappen daran, dass die Offenburger Stadtverwaltung als Vermieter in der Pflicht stand, den Kasernenbau zu finanzieren.
Von den zwanziger Jahren bis in die Sechziger beherbergte das Gebäude unter anderem die aus dem Elsaß kommende Gänseleberpastetenfabrik „Alt-Straßburg“. Außerdem war von 1948 bis 1953 ein Teil der Gewerbeschule hier untergebracht.

Stadtbauplan von 1882

1. Bild Stadtbauplan von Offenburg im Maßstab 1:500 aus dem Jahr 1882.
2. Bild. Ausschnitt der Oststadt. Auf der Fläche B.-Complex VII befand sich zur damaligen Zeit der städtische Friedhof. Heute steht dort die Dreifaltigkeitskirche (siehe Station 10). Auf der Fläche B.-Complex VI steht damals bereits die Kaserne in der Wilhelmstraße 8 (siehe Station 11).