Verschwundene Bauernhäuser in Muttenz

Stadtführung 4132 Muttenz, CH

Besuch von Bauernhäuser, welche abgerissen worden sind. Wir zeigen am ehemaligen Standort Bilder dieser Bauernhöfe und geben Infos dazu.

Autor: Heimatkunde Muttenz

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14 Stationen

1. Hauptstrassse 9

Hauptstrasse 9, 4132 Muttenz, CH

Das Bauernhaus bestand aus Wohnhaus und angebautem Tenn/Stall. Ausserdem war im Wohnteil anfangs 20. Jh. der Polizeiposten untergebracht (Tafel an Haus).

Im kleinen Gebäude am Strassenrand bestand eine Handlung, ein Lädeli. Dieses Häuschen wurde bereits anfangs 20. Jh. abgebrochen.

Das Bauernhaus gehörte Gemeindepräsident J. Eglin-Pfirter, welcher der Milchgenossenschaft 1910 die Scheune/Stall abtrat. 1910 wurde dann das Milchhüsli gebaut. Gleichzeitig wurde der mittlere Teil des Ökonomiegebäudes abgerissen und eine Milchannahme mit Rampe gebaut.

Nach dem Tod von Pfirter 1922, verkauften die Erben auch das Wohnhaus an die Milchgenossenschaft. Dort wurde in der Folge der Laden des Milchhüsli neu eingerichtet.

Bei grossen Umbau von 1965 wurde der Milchüsliladen in den Neubau (rechts) verschoben. Der alte Laden wird seither als Coiffeursalon genutzt. Erst 1991 wurde der Mittelbau durch ein Wohnhaus mit Laden einer Zoohandlung ersetzt.

2. Hauptstrasse 15

Hauptstrasse 11, 4132 Muttenz, CH

Die erste urkundliche Erwähnung der Liegenschaft findet man bereits aus dem Jahr 1569. Sie existierte wohl schon lange vorher.

Am rundbogigen Scheunentor stand die Jahrzahl 1645. Damals wurde wohl die Vorderfront erneuert. Die danebenstehende Jahrzahl 1804 weist auf den damaligen Eigentümer H.S. = Hans Jakob Seiler hin. Er war von 1785 - 1798 Untervogt (Vorgesetzter der Gemeinde Muttenz) - nach der französischen Revolution wurde daraus die Bezeichnung Gemeindepräsident. Seiler war bis 1814 auch Grossrat im ehemaligen Kanton Basel. Er starb 1829, noch vor der Teilung des Kantons.

Zuletzt gehörte der Bauernhof der Familie Süsstrunk. Sie übernahm den Hof von der Familie Ifert-Stingelin.
1954 kaufte das Milchhüsli die Liegenschaft und riss für den Erweiterungsbau den Bauernhof ab.

3. Hauptstrasse 58/60

Hauptstrasse 73, 4132 Muttenz, CH

1927 wurde die Scheune abgerissen und ein dreigeschossiges Haus hingebaut, u.a. befand sich darin ein Reformgeschäft. Ab 1960 befand sich dort auch der Zugang zum Kino Athina (15.1.1960 - 31.12.1981), seit 1983 ist hier der Zugang zur Denner-Filiale. Ein grosser Umbau erfolgte 1975 mit einer erweiterten Schaufensteranlage.

4. Hauptstrasse 64 - 68

4132 Muttenz, CH

Die im Bild von 1960 abgerissenen Bauernhäuser sind schon im Parzellenplan von Siegfried 1830/40 eingezeichnet. Auf dem Plan von G.F. Meyer, 1678, sind an dieser Stelle ebenfalls Bauernhäuser eingezeichnet.

Die Gebädue bilden den Abschluss der östlichen Hauptstrasse. 1960 wurden zuerst die Scheune, dann das Wohnhaus sowie ein weiteres Wohnhaus abgerissen. Die Häuser standen alle jeweils etwas zurückversetzt. Diese Staffelung der Häuser ist für die Bauernhäuser an der Hauptstrasse typisch. Anstelle der drei abgerissenen Häuser wurden zwei Wohn- und Geschäftshäuser gebaut (heute UBS und Coiffeur).

Das Haus mit Scheune und Wohnteil (heute Nr. 64) wurde 1974 abgerissen und ebenfalls durch ein Wohn- und Geschäftshaus (heute Koch Optik) ersetzt. Die Staffelung der Häuser wurde beibehalten.

5. Hauptstrasse 72

Hauptstrasse 74, 4132 Muttenz, CH

Der Bauernhof lag gegenüber vom Brunnen bei der Einmündung des Brühlweges. An seiner heutigen Stelle steht der Hausblock mit der Metzgerei und dem Kleidergeschäft. Der Bauernhof bestand schon vor 1900. Der Betrieb gehörte Karl Eglin-Hammel (Leiter Milchsammelstelle) und später seinem Sohn Franz Eglin-Seidel. Franz Eglin war während vielen Jahren als Milchführer tätig. Rechts schloss sich der Spezereiladen Grollimund an. Die ganze Gebäudereihe wurde für den Neubau der Post 1968 abgerissen.

6. Hauptstrasse 87-91

Hauptstrasse 87, 4132 Muttenz, CH

Bauernhaus 87/89

Der Bauernhof mit Wohnhaus (Nr. 87) und Stall/Scheune (Nr. 89) gehörte dem Viehhändel Weiler, welcher um 1930 in Konkurs ging. Das Areal mit dem Wohnhaus wurde von einer Familie Sieber für 90‘000.- erworben. Darin wurde ein Laden eingebaut, der verschiedene Geschäfte beherbergte. So befand sich darin das Uhren- und Bijouteriegeschäft C. Monbaron, später das Haushaltgeschäft Bressam. 1995 wurde es von Richard Hersberger gekauft.
Heute befindet sich dort das Blumengeschäft Atelier des Fleurs.

Der Stall und die Scheune (Nr. 89) wurden zuerst von Ernst Hersberger, dem Vater von Richard Hersberger, gemietet, 1934 wurden sie von ihm samt dem Land für 29‘000.- erworben. Danach baute der Bottminger Architekt Ernst Bühler für Hersberger ein dreigeschossiges, sechsachsiges Wohn- und Geschäftshaus. Darin waren das Geschäft, sowie die Polsterei und Teppichlegerei untergebracht. Bis 1984 arbeiteten dort 29 Personen. (Zusammengefasst nach einem Gespräch mit Richard Hersberger, 2021)

Taunerhaus 91 (?)

Das Haus Nr. 91 könnte von der Grösse her ein Taunerhaus gewesen sein. Später zog die Bäckerei Rieder ein. Einige Jahre befand sich darin ein Coiffeursalon, heute finden wir dort ein Beerdigungsinstitut.

Noch ein Hinweis zum Haus 93: Dort war die Spenglerei Adolf Häusermann angesiedelt. Aus diesem Geschäft entwickelte sich die Jauslin AG.

7. Hauptstrasse 95/97

Hauptstrasse 99, 4132 Muttenz, CH

Um 1900 bildete das Bauernhaus (Nr. 97) mit Scheune den vorläufigen Abschluss der westlichen Strassenzeile. Nach dem Durchgang folgten noch Haus 99 (mit Coiffeur) und anschliessend das direkt angebaute Restaurant Warteck.

Die Scheune wurde schon kurz nach 1900 abgerissen und an ihrer Stelle ein Wohnhaus mit Laden gebaut. Zuerst war dort ein Colonialwaren-, Mercerie- und Bonnetriegeschäft, dann ein Uhrenladen. Heute befindet sich ein Stofflanden dort.

1933 eröffnete Berty Leupin die Arbogast-Apotheke. 1998, nach dem Umzug der Apotheke in das COOP-Center, übernahmen verschiedene Firmen den Laden, u.a. ein Reisebüro und später eine Bäckerei.

8. Prattelerstrasse 16

Prattelerstrasse 16, 4132 Muttenz, CH

Der Bauernhof In der Dorfmatt an der Prattelerstrasse 16 lag gegenüber der Einmündung der Bizenenstrasse in die Prattelerstrasse. Er bestand seit 1900 und wich 1971 einer Überbauung.

Der Besitzer des Bauernhofes war Johannes Brüderlin-Basler (1868-1943), gefolgt von seinem Sohn Johannes Brüderlin-Dettwiler. Johannes Brüderlin war von 1915 bis 1935 Gemeindepräsident. Um ihn zu Ehren wurde eine Strasse nach ihm benannt, welche gleich in der Nähe des ursprünglichen Bauernhofes liegt.

9. Stettbrunnenhof

Stettbrunnenweg 101, 4132 Muttenz, CH

Im Zeitraum 1921 bis 1925 fand in Muttenz West eine Güterzusammenlegung (Melioration) statt. Der Stettbrunnenhof entstand dabei als Aussiedlerhof. Ein Aussiedlerhof wurde meist aufgrund von Platzmangel im Dorf - oft nach einer Güterzusammenlegung - in der freien Flur neu gebaut.

Pächter waren die Familien Hauser und Brunner. 1939 übernahm Alfred Gerber-Buess die Pacht. Er blieb auf dem Hof bis er 1986 an die Firma Rapp verkauft wurde. Er musste der Überbauung Stettbrunnen weichen.

10. Jakobshof

Lutzertstrasse 40, 4132 Muttenz, CH

Jakob Würgler-Hauter erbaute 1911 den Bauernhof. Er lag unmittelbar nördlich der heutigen Pestalozzstrasse an der Birsfelderstrasse. Der Hof blieb bis zum Abriss im Jahr 1972 in der Familie.

Landerwerb für das Kirchgemeindehaus Feldreben

1952 beschloss man an der Gemeindeversammlung, für den Bau einer zweiten Kirche und eines Kirchgemeindehauses von der Parzelle des Jakobshofs am Feldrebenweg einen Abschnitt von ca. 74 Aren zum Preis von 13.00 Fr/m² zu erwerben (total ca. 96‘000 Fr.).

10 Jahre später war die Kirchenpflege durch eine Gesetzesänderung eine selbstständige Behörde geworden. Deshalb verkaufte der Gemeinderat das treuhänderisch erworbene Grundstück am Feldrebenweg zum selben Preis an die Reformierte Kirchgemeinde Muttenz (zuzüglich Zins, total 110‘000 Fr.) Mit dieser Eigentumsübertragung war der Boden für den Bau der Kirche und des Kirchgemeindehauses Feldreben geebnet.

11. Schweizerau

Schweizeraustrasse 4, 4132 Muttenz, CH

Bei der Erbauung der neuen Eisenbahnlinie wurde 1854 das Hagnau-Gut durch den hohen Bahndamm in zwei Teile getrennt. Der Besitzer Ritter liess auf dem südlichen Teil ein Wohnhaus mit Ökonomiegebäude erstellen. Das abgetrennte Gut erhielt dann - wohl als Anlehnung an Schweizerhalle - den Namen Schweizerau.

Die Schweizerau wurde 1877 von Jakob Christen gekauft. Der Bauernhof Schweizerau wurde 1905 gebaut. 1948 wurden die Ökonomiegbeäude abgerissen.

12. Bauernhof Hagnau

Freulerstrasse 6, 4127 Birsfelden, CH

Das Hagnaugut gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu den Gütern des Klosters St. Alban. Nach der Reformation 1529 ging es durch Kauf an das Siechenhaus zu St. Jakob über und wurde im Laufe der Zeit immer mehr vergrössert. 1836 wurde die Hagnau, und der gesamte Grundbesitz des Siechenhauses von Christoph Merian-Burckhardt erworben, jedoch veräusserte er das Anwesen drei Jahre später an Johann Jakob Ritter, Gastwirt zum Schiff in Basel.

Bei der Erbauung der Eisenbahn 1854 wurde das Gut durch den hohen Bahndamm in zwei Teile getrennt. Gastwirt Ritter liess danach auf dem südlichen Teil, oben auf dem Hochgestade, ein Wohnhaus mit Ökonomiegebäude erstellen. Aus jener Umgebung stammt ein schön erhaltener, ein Meter hoher Grenzstein, der mit dem Buchstaben R auf den ehemaligen Gastwirt Ritter hinweist. Man findet ihn heute bei der Grenzsteinsammlung im Muttenzer Kirchhof.

Der andere Teil der Hagnau wurde 1872 dem neu geschaffenen Gemeindebann Birsfelden einverleibt. Nachdem das Gut mehrmals den Besitzer gewechselt hatte, kam es im Jahre 1913 an die Christoph Merian-Stiftung in Basel. Die Pächterfamillie blieb bis 1955 auf dem Hof.

Aber der Hagnauhof wurde weiter verkleinert: Die Bahn brauchte Teile für den Rangierbahnhof, Bund und Kanton brauchten Land für die Zu- und Abfahrten der Autobahn. Die Kläranlage ARA Birs II brauchte Land für ihre Anlagen. Und schliesslich wurden im restlichen Gebiet 180 Pflanzgärten angelegt. Der Versuch am Hang bei den Gärten Terrassenhäuser zu bauen wurde von den Pflanzlandpächtern und Teilen der Gemeinde Birsfelden erfolgreich bekämpft.

Einziger Zeuge des alten Hagnau-Hofs ist heute die in der Schlaufe eines Anschlusses der Zubringerautobahn T18 ins Birstal stehende Linde des Hofes.

13. Rothausgut - Rothusguet

4132 Muttenz, CH

Das Rote Haus
Das Rote Haus wird zum ersten Mal im 14. Jahrhundert erwähnt. Der Legende nach geht das einsam am Rhein gelegene Gut auf römischen Ursprung zurück und war damals eine Herberge an der alten Rheintalstrasse von Augst nach Basel.

Das alte Kloster
1421 erhielt der Orden der Pauliner von Hans Thüring Münch von Münchenstein, dem Inhaber der Herrschaft Muttenz, die Erlaubnis, den Hof zum Kloster auszubauen. Kurz vor der Reformation hob man das Kloster auf.
1817 entstand im mittlerweile zum herrschaftlichen Landsitz ausgebauten Gut die erste Brauerei der Landschaft Basel. 1836 wurde unter dem Landstück ein grosses Salzlager entdeckt. Die Klosteranlage wurde 1840 abgebrochen; nur ein Stück der Zinnen bewehrten Westmauer ist bis heute erhalten geblieben.

Im 20. Jahrhundert
1906 kaufte die Christoph Merian-Stiftung das Gut. Zwei Jahre später war die Familie Gerber Pächter des Hofes. Der Pachtbetrieb war rund 55 ha gross. Ab 1920 verkaufte die Merian-Stiftung immer wieder Parzellen an die Firmen Geigy AG, Sandoz AG und Säurefabrik Schweizerhall. Deshalb verlor der Bauernhof immer mehr Kulturland, bis der Hof 1971 aufgegeben werden musste. Damals betrug das Kulturland gerade noch rund 8 ha!

14. Augut - Der Bauernhof in der Au

Strasse 3 121, 4127 Muttenz, CH

Der ehemalige Bauernhof "In der Au" lag nordwestlich vom Gut Rothaus .Der Name Au stammt von den Rheinauen, den regelmässig überschwemmten Gebieten des Rheins. Die Ländereien des Auhofes wurden vom Hardwald und vom Rhein begrenzt. Westlich an die Au schliesst die ursprünglich bewaldete Flur Auboden an.

Geschichtliches

Der Bauernhof war einst ein Nebenhof des Klosters Rothaus.

Mit dem Kaufvertrag vom 27. Oktober 1840 wurde das Landgut von Remigius Merian, wohnhaft beim Rothenhaus (Rothus) , an Emanuel Apotheker, von Binningen, verkauft. Über verschiedene Eigentümer gelangte 1918 das Gut an die Basellandschaftliche Kantonalbank, welche es 1940 an den Kanton Basel-Landschaft verkaufte. Für den Ausbau des Auhafens rheinaufwärts ab 1950 - zuerst war der Auboden gegen Birsfelden zu gerodet und mit Hafenanlagen überbaut worden - verpachtete der Kanton das Land parzellenweise im Baurecht an diverse Hafenfirmen. Für diese Erweiterung musste der Auhof 1952 abgerissen werden.

Langjährige Pächterfamilie

Johannes Schwörer aus Wintersweiler bei Efringen-Kirchen übernahm 1869 den Hof als Pacht. Sein 1911 auf dem Auhof geborener Enkel Walter Schwörer blieb auf dem Hof bis 1952. Auf dem 14 ha grossen Gut wurde Milchwirtschaft und Getreidebau betrieben. Neben 8 Kühen gab es auch zwei Pferde. Ein Sodbrunnen von 10 m Tiefe versorgte den Hof mit Wasser. 1928 wurde die Elektrizität eingerichtet. Ein Telefon gab es nie. Als WC diente ein Abort-Hüsli.

Wasserfahrer waren auch in der Au
Aus einer Chronik des Wasserfahrvereins Muttenz entnehmen wir, dass das Trainingsgelände des 1929 gegründeten Vereins in der Au lag. Im Durlipskeller des Bauernhofes konnte das Fahrgeschirr eingestellt werden. 1935 wurde am Ufer das erste Depot (Vereinshaus) eingeweiht. Mit dem Ausbau des Auhafens mussten auch die Wasserfahrer weichen. In der Chronik wird auch erwähnt, dass der Bauer Schwörer sich am Betrieb der Fähre Au-Grenzach (Rheinhäuser) beteiligte.

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